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Rohölpreise sinken weiter – Schweizer Markt bleibt wegen Rhein und Transportkosten angespannt

Rohölpreise sinken weiter – Schweizer Markt bleibt wegen Rhein und Transportkosten angespannt

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Marktsituation Rohöl Schweiz – 21.09.2026

Die neue Woche beginnt mit weiter fallenden Rohölpreisen. Brent-Rohöl notiert heute Morgen bei rund 102 USD pro Barrel und damit auf dem tiefsten Niveau seit dem 10. September.

Gegenüber den Höchstständen von über 108 USD in der vergangenen Woche hat sich der Markt damit spürbar beruhigt.

Hauptgrund sind Hoffnungen auf diplomatische Fortschritte im Konflikt mit Iran sowie eine teilweise Erholung der saudischen Ölexporte. Saudi-Arabien hat seine Lieferungen durch die Strasse von Hormus zuletzt deutlich erhöht.

Die geopolitische Situation bleibt jedoch angespannt. Eine nachhaltige Entspannung ist deshalb noch nicht gesichert.

Heizöl und Diesel

Auch bei den Produkten gab es zuletzt eine deutliche Gegenbewegung.

Die letzten verfügbaren Schweizer Morgenindikationen vom Freitag zeigten:

Gasöl Rotterdam: 1’413.50 USD/t
Heizöl Öko: 1’455.50 USD/t
Diesel: 1’503.00 USD/t

Zum Vergleich lag Gasöl am Donnerstag noch bei 1’515 USD/t und Diesel bei 1’562 USD/t. Damit kam bei den für den Schweizer Markt wichtigen Produkten erstmals wieder etwas mehr Entspannung auf.

Für die weitere Entwicklung wird entscheidend sein, ob sich dieser Rückgang beim Gasöl zu Wochenbeginn fortsetzt.

Benzin

Beim Benzin zeigte sich zuletzt dagegen nur wenig Bewegung. Die Schweizer Morgenindikation für Bleifrei 95 lag am Freitag bei rund 1’299 USD/t, gegenüber 1’302 USD/t am Donnerstag.

Damit bewegt sich Benzin momentan eher seitwärts.

Strasse von Hormus

Die Situation in der Strasse von Hormus bleibt ungewöhnlich.

Am vergangenen Wochenende wurden lediglich 17 sichtbare Passagen von Frachtschiffen registriert, gegenüber 37 am Wochenende zuvor. Vor dem Krieg passierten durchschnittlich rund 125 grosse Handelsschiffe pro Tag die Meerenge.

Gleichzeitig fliesst inzwischen wieder deutlich mehr Öl aus der Golfregion. Ein Teil der Tanker fährt mit ausgeschalteten Ortungssystemen, zusätzlich werden vor Oman vermehrt Schiff-zu-Schiff-Umladungen eingesetzt.

Die Ölexporte durch Hormus erreichten im September dadurch wieder rund 6.5 Mio. Barrel pro Tag. Das stabilisiert die Versorgung, verursacht jedoch erhebliche zusätzliche Transportkosten.

Rheinfrachten und Rheinpegel

Für die Schweiz bleibt der Rhein weiterhin das grosse Sorgenkind.

Aufgrund der anhaltenden Trockenperiode sind die Transportkapazitäten massiv eingeschränkt. Über Maxau können Schiffe derzeit teilweise nur noch rund 400 Tonnen laden. Damit werden ungefähr fünf Schiffe benötigt, um die Menge eines normal beladenen Schiffes zu transportieren.

Teilweise fehlen zusätzlich Ladeslots. Entsprechend bleiben die Transportkosten Richtung Schweiz hoch.

Tendenz Rheinfracht: weiterhin sehr hoch – noch keine nachhaltige Entspannung erkennbar.

Versorgungslage Schweiz

Positiv ist die Entwicklung bei der Raffinerie Cressier. Nach dem technischen Ausfall Anfang September wurde die Produktion vergangene Woche wieder aufgenommen.

Die Raffinerie deckt normalerweise etwas mehr als 30 % des Schweizer Bedarfs an Mineralölprodukten.

Trotz der stark eingeschränkten Rheintransporte ist die Versorgung der Schweiz weiterhin sichergestellt. Bei Heizöl bestehen derzeit keine Versorgungsengpässe.

Schweizer Franken

USD/CHF bewegt sich heute Morgen bei ungefähr 0.8225. Damit ist der Dollar gegenüber den Höchstständen der vergangenen Woche wieder etwas schwächer.

Für Schweizer Importeure ist dies grundsätzlich positiv, da Rohöl und die wichtigsten Mineralölprodukte in US-Dollar gehandelt werden.

Einschätzung

Zum Wochenstart zeigt sich das Bild für den Schweizer Heizölmarkt etwas freundlicher.

Brent fällt Richtung 102 USD – Gasöl und Diesel haben zuletzt deutlich nachgegeben – Cressier produziert wieder – der Dollar ist etwas schwächer.

Auf der Gegenseite bleiben jedoch die extrem eingeschränkten Rheintransporte und die hohen internationalen Transportkosten. Auch die geopolitische Lage im Nahen Osten kann jederzeit wieder stärkere Preisschwankungen auslösen.

Für eine nachhaltige Entspannung wäre deshalb wichtig, dass Brent und insbesondere Gasöl weiter nachgeben und sich gleichzeitig die Situation auf dem Rhein verbessert.

Für Kunden gilt: Eine pauschale Empfehlung zum Kaufzeitpunkt bleibt schwierig. Wer kurzfristig Heizöl benötigt oder nur noch geringe Reserven besitzt, sollte nicht auf den perfekten Tiefstpreis spekulieren. Wer genügend Vorrat hat, verfügt über mehr Spielraum, die weitere Marktentwicklung zu beobachten.

Markttendenz 21.09.2026: leicht sinkend bis seitwärts – internationale Ölpreise entspannen sich, hohe Rheinfrachten bremsen jedoch den Preisrückgang in der Schweiz.

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