Marktsituation Rohöl Schweiz – 23.09.2026
Die internationalen Rohölpreise setzen ihre Abwärtsbewegung fort. Brent-Rohöl notiert heute Morgen bei rund 98.50 USD pro Barrel und damit klar unter der psychologisch wichtigen Marke von 100 Dollar.
Noch Mitte September bewegte sich Brent zeitweise über 107 USD. Damit hat der Markt innerhalb weniger Tage deutlich korrigiert.
Für Entspannung sorgt vor allem die verbesserte Versorgung aus Saudi-Arabien. Die wichtige saudische Ost-West-Pipeline wurde wieder in Betrieb genommen. Dadurch kann Rohöl erneut Richtung Rotes Meer transportiert und die problematische Strasse von Hormus teilweise umgangen werden.
Zusätzlich besteht Hoffnung auf eine diplomatische Entspannung zwischen den USA und Iran. Der Markt baut deshalb momentan einen Teil des geopolitischen Risikoaufschlags wieder ab.
Heizöl und Diesel
Auch bei den für die Schweiz wichtigen Produkten ist eine deutliche Entspannung erkennbar.
Die Schweizer Morgenindikationen vom 22. September lagen bei:
Gasöl Rotterdam: 1’390.75 USD/t
Heizöl Öko: 1’434.25 USD/t
Diesel: 1’477.25 USD/t
Am Vortag lagen Gasöl noch bei 1’425.50 USD/t, Heizöl Öko bei 1’468.50 USD/t und Diesel bei 1’512.50 USD/t.
Damit bewegen sich Rohöl und die wichtigsten Produkte momentan erstmals seit längerer Zeit gemeinsam nach unten.
Für den Schweizer Heizölmarkt ist dies grundsätzlich ein positives Signal.
Benzin
Beim Benzin zeigt sich dagegen weiterhin wenig Bewegung.
Bleifrei 95 lag am 22. September bei rund 1’309 USD/t, praktisch unverändert gegenüber 1’308 USD/t am Vortag.
Die Entspannung bei Rohöl und Gasöl ist beim Benzin damit bisher weniger ausgeprägt.
Strasse von Hormus und Saudi-Arabien
Auch bei den Transportwegen aus dem Nahen Osten gibt es positive Signale.
Saudi-Arabien hat seine wichtige Ost-West-Pipeline wieder gestartet. Sie ermöglicht den Transport von Rohöl vom Osten Saudi-Arabiens zum Roten Meer und umgeht damit die Strasse von Hormus.
Die Pipeline läuft zunächst mit reduzierter Leistung. Bis zur vollständigen Wiederherstellung könnte es noch mehrere Wochen dauern.
Gleichzeitig wurden zuletzt wieder grössere Mengen über die saudischen Terminals am Persischen Golf verladen.
Diese Entwicklung verbessert die Versorgungsperspektiven und ist einer der Hauptgründe für den aktuellen Rückgang der Ölpreise.
Rheinfrachten
Für die Schweiz bleibt der Rhein weiterhin der grosse Gegenfaktor.
Die Wasserstände befinden sich nach wie vor auf sehr tiefem Niveau. Bei Basel-Rheinhalle lag der Pegel am Dienstag je nach Tageszeit bei ungefähr 4.75 bis 4.87 Metern.
Entscheidender als der reine Pegelstand ist jedoch die stark eingeschränkte Ladekapazität. Nach Angaben der Wirtschaftlichen Landesversorgung können über Maxau teilweise nur noch Schiffe mit maximal rund 400 Tonnen verkehren.
Damit werden ungefähr fünf Schiffe benötigt, um die Menge zu transportieren, die unter normalen Bedingungen mit einem einzigen Schiff befördert werden könnte.
Entsprechend bleiben die Transportkosten Richtung Schweiz hoch.
Tendenz Rheinfracht: weiterhin sehr hoch – noch keine nachhaltige Entspannung.
Versorgungslage Schweiz
Positiv bleibt die Entwicklung bei der Versorgung.
Die Raffinerie Cressier ist nach ihrem rund zweiwöchigen Betriebsunterbruch wieder in Betrieb. Dadurch können Benzin und Diesel wieder über die normalen Versorgungskanäle bereitgestellt werden.
Weitere Bezüge aus den Pflichtlagern sind derzeit nicht notwendig.
Die Versorgung der Schweiz mit Mineralölprodukten ist sichergestellt. Aufgrund des extremen Niedrigwassers auf dem Rhein bezeichnet der Bund die Situation allerdings weiterhin als angespannt.
Schweizer Franken
USD/CHF liegt heute Morgen bei rund 0.8215.
Der Wechselkurs zeigt damit gegenüber gestern kaum Veränderung. Der Franken bleibt vergleichsweise stark und wirkt weiterhin leicht unterstützend für Schweizer Importeure.
Einschätzung
Das Gesamtbild für den Schweizer Heizölmarkt hat sich in den vergangenen Tagen spürbar verbessert.
Brent unter 100 USD – Gasöl deutlich gesunken – Heizöl Öko tiefer – saudische Exportmöglichkeiten verbessern sich – Cressier wieder in Betrieb.
Der grosse Gegenfaktor bleibt der Rhein. Solange die Schiffe nur stark reduziert beladen werden können, bleiben die Transportkosten Richtung Basel hoch und verhindern, dass die gesamte internationale Preisentspannung beim Schweizer Markt ankommt.
Auch geopolitisch bleibt Vorsicht angebracht. Die momentane Entspannung kann sich bei neuen Ereignissen im Nahen Osten schnell wieder umkehren.
Für Kunden gilt: Eine pauschale Empfehlung zum Kaufzeitpunkt bleibt schwierig. Die Marktlage hat sich gegenüber Mitte September verbessert. Wer kurzfristig Heizöl benötigt, findet heute ein freundlicheres Marktumfeld vor als noch vor einer Woche. Wer genügend Vorrat besitzt, hat weiterhin Spielraum, die weitere Entwicklung zu beobachten.
Markttendenz 23.09.2026: sinkend bis leicht freundlich – Rohöl und Gasöl geben deutlich nach, hohe Rheinfrachten bremsen die Entspannung in der Schweiz.

