Marktsituation Rohöl Schweiz – 01.10.2026
Zum Monatsbeginn zeigt sich am Schweizer Heizölmarkt ein ungewöhnliches Bild: Während einzelne internationale Produktnotierungen zuletzt nachgegeben haben, sind die effektiven Beschaffungspreise in der Schweiz heute deutlich gestiegen.
Dies zeigt einmal mehr, dass der Schweizer Heizölpreis momentan nicht allein anhand des Brent-Rohölpreises beurteilt werden kann.
Rohöl – Vorsicht beim Vergleich
Beim Brent-Rohöl muss heute der Wechsel des Futures-Kontrakts berücksichtigt werden.
Der ausgelaufene November-Kontrakt schloss zuletzt bei über 103 USD pro Barrel, während der neue Dezember-Kontrakt deutlich tiefer notiert.
Der optisch starke Rückgang unter die Marke von 100 USD ist deshalb zu einem wesentlichen Teil auf diesen Kontraktwechsel zurückzuführen und darf nicht als entsprechender Tagespreisrückgang interpretiert werden.
Der Rohölmarkt bleibt weiterhin sehr volatil und stark von der geopolitischen Situation im Nahen Osten abhängig.
Heizöl und Diesel
Die internationalen Produktnotierungen hatten zuletzt nachgegeben. Die Schweizer Morgenindikationen vom 30. September zeigten:
Gasöl Rotterdam: 1’338.50 USD/t
Heizöl Öko: 1’386.00 USD/t
Diesel: 1’423.50 USD/t
Trotz dieser tieferen internationalen Notierungen sind die effektiven Schweizer Beschaffungspreise heute deutlich höher.
Das zeigt, dass momentan andere Faktoren einen sehr starken Einfluss auf den Schweizer Markt haben.
Der Rhein wird zum entscheidenden Faktor
Besonders belastend bleibt die Situation auf dem Rhein.
Aufgrund der sehr tiefen Wasserstände können die Schiffe nur mit stark reduzierter Ladung Richtung Oberrhein und Basel fahren. Für die gleiche Transportmenge werden dadurch deutlich mehr Schiffe benötigt.
Dies verteuert die Rheinfracht erheblich.
Zusätzlich müssen teilweise alternative Transportmöglichkeiten über Bahn und Strasse eingesetzt werden. Auch diese Kapazitäten sind begrenzt und entsprechend teuer.
Die Folge: Sinkende Börsenpreise kommen momentan nur teilweise oder mit Verzögerung beim Schweizer Heizölmarkt an.
Tendenz Rheinfracht: weiterhin sehr hoch und einer der wichtigsten Preistreiber für die Schweiz.
Schweizer Franken
Zusätzlich wirkt der stärkere US-Dollar belastend.
USD/CHF hat sich von rund 0.81 Anfang September auf über 0.83 erhöht.
Da Rohöl und Mineralölprodukte international in US-Dollar gehandelt werden, verteuert der stärkere Dollar die Beschaffung für Schweizer Importeure.
Auch dadurch wird ein Teil der Entlastung an den internationalen Produktmärkten wieder aufgehoben.
Versorgungslage Schweiz
Die Versorgung der Schweiz mit Mineralölprodukten ist weiterhin sichergestellt.
Die Raffinerie Cressier produziert wieder. Aufgrund des extremen Niedrigwassers auf dem Rhein bleibt die logistische Situation jedoch angespannt.
Momentan besteht somit weniger ein grundsätzliches Versorgungsproblem als vielmehr ein Transport- und Kostenproblem.
Benzin
Auch beim Benzin gilt momentan: Die internationale Produktnotierung allein reicht für die Beurteilung der Schweizer Preisentwicklung nicht aus.
Rheinfrachten, alternative Transportwege und der Wechselkurs beeinflussen auch hier die effektiven Import- und Beschaffungskosten.
Einschätzung
Für den Schweizer Markt ist die heutige Entwicklung ein gutes Beispiel dafür, warum der Brent-Preis allein wenig über den effektiven Heizölpreis aussagt.
Internationale Produktpreise zuletzt tiefer – Schweizer Beschaffungspreise heute trotzdem deutlich höher.
Der wichtigste Belastungsfaktor bleibt momentan die Logistik auf dem Rhein. Dazu kommt der gegenüber Anfang September stärkere US-Dollar.
Erst wenn sich neben den internationalen Produktnotierungen auch die Rheinfrachten und Transportkosten entspannen, dürfte ein Preisrückgang an den Börsen deutlicher beim Schweizer Heizölpreis ankommen.
Für Kunden bleibt deshalb eine pauschale Empfehlung zum Kaufzeitpunkt schwierig. Die aktuellen starken Schwankungen zeigen, dass sich die Situation innerhalb kurzer Zeit verändern kann.
Markttendenz 01.10.2026: Schweizer Heizölpreise deutlich fester – hohe Rheinfrachten, Logistikkosten und stärkerer Dollar überlagern momentan die Entspannung an den internationalen Produktmärkten.

