Rohölpreise geben leicht nach – Schweizer Heizölmarkt bleibt angespannt
Zum Wochenstart zeigt sich der internationale Ölmarkt etwas schwächer. Brent-Rohöl notiert heute Morgen bei rund 101.90 USD pro Barrel.
Für etwas Entspannung sorgen höhere Rohölexporte aus dem Nahen Osten sowie die angekündigte Freigabe von Ölreserven durch die G7-Staaten.
Trotzdem bleibt der Markt sehr nervös. Die geopolitischen Risiken im Nahen Osten sind weiterhin hoch und können jederzeit wieder stärkere Preisbewegungen auslösen.
Heizöl und Diesel
Für den Schweizer Heizölmarkt bleibt die Entwicklung bei Gasöl wichtiger als der Brent-Preis allein.
Die internationalen Märkte für Diesel und Gasöl bleiben angespannt. Raffineriekapazitäten und vor allem die weltweite Logistik sorgen weiterhin für hohe Kosten.
Deshalb kann ein leichter Rückgang beim Rohöl momentan nicht automatisch auf entsprechend tiefere Heizölpreise in der Schweiz übertragen werden.
Benzin
Auch beim Benzin bleibt die Lage volatil.
Die internationalen Produktmärkte entwickeln sich momentan teilweise unterschiedlich. Neben dem Rohölpreis spielen Raffineriekapazitäten, Transportkosten und der Wechselkurs eine wichtige Rolle.
Rhein und Rheinfrachten
Für die Schweiz bleibt der Rhein einer der grössten Unsicherheitsfaktoren.
Bei Kaub erreichten die Wasserstände Anfang Oktober neue Rekordtiefstände. Der Tankerverkehr war zeitweise praktisch zum Erliegen gekommen.
Aufgrund der extrem tiefen Wasserstände können Schiffe nur stark reduziert laden oder einzelne Rheinabschnitte gar nicht wirtschaftlich befahren.
Dies hält die Transportkosten Richtung Schweiz auf einem aussergewöhnlich hohen Niveau.
Für die kommenden Tage wird zwar eine leichte Verbesserung der Wasserstände erwartet. Eine schnelle Normalisierung der Rheinschifffahrt ist jedoch noch nicht absehbar.
Tendenz Rheinfracht: weiterhin sehr hoch – leichte Verbesserung der Wasserstände möglich, aber noch keine Entwarnung.
Schweizer Franken
Der US-Dollar zeigt sich heute etwas freundlicher für Schweizer Importeure.
USD/CHF liegt am Montagmorgen bei rund 0.829.
Gegenüber den höheren Kursen der vergangenen Woche bedeutet dies eine gewisse Entlastung für den Schweizer Einkauf von Mineralölprodukten.
Schweizer Heizölmarkt
Nach dem Preisrückgang vom Freitag dürfte der Schweizer Heizölmarkt zum Wochenstart weiterhin etwas Entlastung verspüren.
Allerdings stehen den leicht tieferen Rohölpreisen weiterhin sehr hohe Transport- und Logistikkosten gegenüber.
Deshalb ist momentan nicht mit einer gleich starken Entspannung beim Schweizer Verkaufspreis zu rechnen, wie es die reine Entwicklung des Brent-Rohölpreises vermuten lassen könnte.
Einschätzung
Der Wochenstart bringt etwas Entspannung, aber noch keine Trendwende.
Positiv wirken heute der leicht tiefere Brent-Preis, höhere Rohölexporte aus dem Nahen Osten sowie ein etwas schwächerer US-Dollar.
Auf der anderen Seite bleiben die extrem hohen Transportkosten auf dem Rhein und die angespannte Situation bei Diesel und Gasöl die entscheidenden Risikofaktoren für die Schweiz.
Für Kunden bleibt eine pauschale Empfehlung zum Kaufzeitpunkt schwierig. Wer kurzfristig Heizöl benötigt oder nur noch geringe Reserven besitzt, sollte nicht auf den perfekten Tiefstpreis spekulieren. Wer genügend Vorrat hat, verfügt über mehr Spielraum, die weitere Entwicklung zu beobachten.
Markttendenz 05.10.2026: leicht sinkend bis seitwärts – etwas Entspannung beim Rohöl und Dollar, aber weiterhin hohe Belastung durch Rhein und Logistik.

