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Ölmarkt beruhigt sich – Schweizer Heizölpreise bleiben durch Rheinlogistik gebremst

Ölmarkt beruhigt sich – Schweizer Heizölpreise bleiben durch Rheinlogistik gebremst

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Marktsituation Rohöl Schweiz – 22.09.2026

Nach den starken Schwankungen der vergangenen Wochen hat sich der internationale Rohölmarkt etwas beruhigt.

Brent-Rohöl schloss am Montag bei 100.34 USD pro Barrel und damit auf dem tiefsten Niveau seit zwölf Tagen. Heute Morgen zeigt sich eine leichte Gegenbewegung.

Für Entspannung sorgen vor allem Hoffnungen auf mögliche Gespräche zwischen den USA und Iran sowie die teilweise Erholung der saudischen Ölexporte. Saudi-Arabien konnte zuletzt wieder deutlich grössere Mengen über seine Exportterminals am Persischen Golf verladen.

Der Markt bleibt jedoch sehr empfindlich gegenüber neuen Meldungen aus dem Nahen Osten.

Heizöl und Diesel

Auch bei den für die Schweiz wichtigen Produkten ist gegenüber den extremen Höchstständen von Mitte September eine gewisse Entspannung erkennbar.

Die letzten verfügbaren Schweizer Morgenindikationen vom 21. September lagen bei:

Gasöl Rotterdam: 1’425.50 USD/t
Heizöl Öko: 1’468.50 USD/t
Diesel: 1’512.50 USD/t

Damit liegen Gasöl und Diesel deutlich unter den Spitzenwerten der vergangenen Woche. Allerdings bleibt das absolute Preisniveau weiterhin hoch.

Für den Schweizer Heizölmarkt wäre es wichtig, dass Gasöl in den nächsten Tagen ebenfalls weiter nachgibt und sich nicht erneut von Brent abkoppelt.

Benzin

Bleifrei 95 lag bei der letzten Schweizer Morgenindikation bei rund 1’308 USD/t.

Beim Benzin ist damit momentan eher eine Seitwärtsbewegung zu beobachten. Das Ende der europäischen Sommerreisezeit wirkt grundsätzlich etwas entlastend, während die geopolitische Situation weiterhin für Unsicherheit sorgt.

Strasse von Hormus

Bei den Öltransporten aus der Golfregion gibt es vorsichtige positive Signale.

Saudi-Arabien hat seine Verladungen an den östlichen Exportterminals deutlich erhöht. Am Sonntag wurden rund 14 Mio. Barrel Rohöl auf sieben grosse Tanker verladen.

Nach Schätzungen bewegten sich die saudischen Öltransporte durch die Strasse von Hormus zuletzt bei durchschnittlich rund 2.9 Mio. Barrel pro Tag, nachdem es im August zeitweise lediglich rund 700’000 Barrel pro Tag gewesen waren.

Zusätzlich werden grosse Mengen über Schiff-zu-Schiff-Umladungen vor Oman weitertransportiert.

Die Versorgung verbessert sich damit, allerdings bleiben diese alternativen Transportwege aufwendig und teuer.

Rheinfrachten

Für die Schweiz bleibt der Rhein weiterhin der grösste Bremsklotz für eine stärkere Preisentspannung.

Aufgrund des anhaltenden Niedrigwassers können die Schiffe nur mit stark reduzierter Ladung verkehren. Über Maxau sind derzeit teilweise lediglich rund 400 Tonnen Ladung pro Schiff möglich.

Damit werden ungefähr fünf Schiffe benötigt, um die Menge zu transportieren, die unter normalen Bedingungen ein einziges Schiff übernehmen könnte. Zusätzlich sind teilweise keine Ladeslots verfügbar.

Entsprechend bleiben die Transportkosten Richtung Basel sehr hoch.

Tendenz Rheinfracht: weiterhin hoch – eine nachhaltige Entspannung ist noch nicht erkennbar.

Versorgungslage Schweiz

Hier gibt es eine wichtige positive Entwicklung.

Die Raffinerie Cressier hat nach ihrem rund zweiwöchigen Betriebsunterbruch die Produktion wieder aufgenommen. Dadurch kann die Versorgung mit Benzin und Diesel wieder über die normalen Versorgungskanäle erfolgen.

Die zwischen dem 8. und 20. September erlaubten Bezüge aus den Pflichtlagern sind derzeit nicht mehr notwendig.

Die Versorgung der Schweiz mit Mineralölprodukten ist sichergestellt, auch wenn die Situation wegen des Niedrigwassers auf dem Rhein weiterhin angespannt bleibt.

Schweizer Franken

Auch der Wechselkurs hilft heute leicht.

USD/CHF liegt bei rund 0.820 bis 0.821. Damit hat sich der Schweizer Franken gegenüber den höheren Dollarständen der vergangenen Woche wieder etwas verstärkt.

Ein stärkerer Franken ist für die Schweiz grundsätzlich positiv, da Rohöl und Mineralölprodukte international in US-Dollar gehandelt werden.

Einschätzung

Das Gesamtbild für den Schweizer Heizölmarkt hat sich gegenüber Mitte September etwas verbessert.

Brent um 100 USD – Gasöl deutlich unter den Spitzenwerten – Cressier wieder in Betrieb – saudische Exporte erholen sich – Schweizer Franken etwas stärker.

Der grosse Gegenfaktor bleibt jedoch der Rhein. Solange die Schiffe nur mit stark reduzierter Ladung Richtung Schweiz fahren können, bleiben die Transportkosten hoch und bremsen eine stärkere Weitergabe der internationalen Preisrückgänge.

Auch die geopolitische Lage bleibt unberechenbar. Bereits neue Meldungen aus dem Nahen Osten können wieder kräftige Ausschläge auslösen.

Für Kunden gilt: Eine pauschale Empfehlung zum Kaufzeitpunkt bleibt schwierig. Wer kurzfristig Heizöl benötigt oder nur noch geringe Reserven besitzt, sollte nicht auf den perfekten Tiefstpreis spekulieren. Wer genügend Vorrat hat, besitzt momentan etwas mehr Spielraum, die weitere Entwicklung zu beobachten.

Markttendenz 22.09.2026: leicht freundlicher bis seitwärts – internationale Preise haben sich beruhigt, hohe Rheinfrachten verhindern jedoch weiterhin eine stärkere Entspannung in der Schweiz.

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