Heizölbeschaffung wird günstiger – internationale Ölpreise bleiben unter Druck
Marktsituation Rohöl Schweiz – 28.10.2026
Internationaler Rohölmarkt
Der internationale Rohölmarkt zeigt sich zur Wochenmitte weiterhin sehr unruhig.
Brent-Rohöl bewegt sich am Mittwochmorgen im Bereich von rund 115 USD pro Barrel. Die Preise werden weiterhin stark von der geopolitischen Entwicklung im Nahen Osten beeinflusst.
Hoffnungen auf diplomatische Fortschritte und eine Entspannung der Konflikte wirken grundsätzlich preisdämpfend. Gleichzeitig sorgen neue Berichte über mögliche Angriffe auf Energieanlagen in Saudi-Arabien erneut für Unsicherheit.
Damit bleibt die Versorgungslage ein entscheidender Einflussfaktor. Die internationalen Rohölpreise können sich innerhalb kurzer Zeit deutlich verändern.
Heizöl und Diesel
Bei Heizöl und Diesel bleibt die internationale Marktlage angespannt.
Die Versorgung mit Gasöl und Diesel steht weiterhin unter dem Einfluss geopolitischer Risiken, hoher Raffinerieproduktpreise und möglicher Einschränkungen der internationalen Transportwege.
Die zuletzt hohen Preisaufschläge für Diesel und Heizöl gegenüber Rohöl verdeutlichen die angespannte Lage bei den Raffinerieprodukten.
Auf dem Schweizer Beschaffungsmarkt zeigt sich heute wieder eine spürbare Entlastung.
Ob sich diese Entwicklung fortsetzt, hängt insbesondere von den internationalen Gasölnotierungen und der weiteren Versorgungslage ab.
Benzin
Auch beim Benzin bleibt die Preisentwicklung von den internationalen Rohölmärkten abhängig.
Die jüngsten Schweizer Morgenindikationen zeigten beim Benzin eine rückläufige Entwicklung. Ob sich diese fortsetzt, ist noch offen.
Neben den Rohölpreisen beeinflussen insbesondere die Raffinerieproduktion, die Nachfrage und der Wechselkurs die weitere Entwicklung.
Rhein und Rheinfrachten
Bei den Rheinwasserständen zeigt sich gegenüber der vergangenen Woche eine deutliche Verbesserung.
Der Pegel bei Kaub liegt heute Morgen bei rund 56 cm. Vor einer Woche bewegte sich der Wasserstand noch im Bereich von weniger als 20 cm.
Auch der Pegel Basel-Rheinhalle liegt bei rund 4.89 Metern.
Die höheren Wasserstände verbessern grundsätzlich die Transportmöglichkeiten der Rheinschiffe. Allerdings liegt der Pegel Kaub weiterhin unter dem für die Schifffahrt wichtigen gleichwertigen Wasserstand von 77 cm.
Die Schiffe müssen deshalb teilweise weiterhin mit eingeschränkten Ladungsmengen verkehren.
Eine Entlastung bei den Rheinfrachten ist durch die verbesserten Wasserstände möglich. Ob und in welchem Umfang die Frachtraten tatsächlich sinken, muss jedoch abgewartet werden.
Schweizer Franken
Der US-Dollar bewegt sich gegenüber dem Schweizer Franken heute bei rund 0.83 CHF/USD.
Der Wechselkurs hat sich gegenüber dem Wochenbeginn etwas zugunsten des US-Dollars verändert.
Da Rohöl und Mineralölprodukte international überwiegend in US-Dollar gehandelt werden, kann ein stärkerer Dollar die Beschaffungskosten in der Schweiz erhöhen.
Die Wechselkursentwicklung bleibt deshalb neben den Produktnotierungen und den Transportkosten ein wichtiger Einflussfaktor.
Schweizer Heizölmarkt
Nach dem gestrigen Preisanstieg zeigt sich der Schweizer Heizöl-Beschaffungsmarkt heute wieder günstiger.
Die Preisentwicklung bleibt jedoch ausgesprochen wechselhaft. Innerhalb weniger Tage haben sich deutliche Preissteigerungen und Rückgänge abgewechselt.
Positiv sind die verbesserten Wasserstände auf dem Rhein. Diese könnten die Transportbedingungen in Richtung Basel allmählich erleichtern.
Gleichzeitig verhindern die geopolitischen Risiken und die weiterhin hohen internationalen Produktpreise eine nachhaltige Beruhigung.
Ob sich die günstigere Beschaffung auf die Verkaufspreise auswirkt, hängt von den jeweiligen Marktbedingungen und der Kalkulation der Anbieter ab.
Einschätzung und Ausblick
Der Ölmarkt bleibt weiterhin von gegensätzlichen Entwicklungen geprägt.
Einerseits sorgen diplomatische Bemühungen und die verbesserten Rheinwasserstände für Hoffnung auf eine Entspannung.
Andererseits bestehen weiterhin erhebliche Risiken bei der internationalen Ölversorgung. Besonders die Situation im Nahen Osten kann jederzeit neue Preissteigerungen auslösen.
Für die kommenden Tage dürften die Gasölnotierungen, die tatsächliche Entwicklung der Rheinfrachten und der Wechselkurs entscheidend bleiben.
Eine nachhaltige Entspannung ist noch nicht bestätigt.
Markttendenz 28.10.2026: sinkende Schweizer Beschaffungskosten bei weiterhin schwankungsanfälliger internationaler Marktlage. Die verbesserten Rheinwasserstände sind ein positives Signal.


