Heizölbeschaffung zieht wieder an – Rheinpegel erholen sich leicht
Marktsituation Rohöl Schweiz – 27.10.2026
Internationaler Rohölmarkt
Der internationale Rohölmarkt zeigt sich am Dienstag weiterhin unruhig.
Brent-Rohöl notiert am Morgen bei rund 116 USD pro Barrel. Nach einem zwischenzeitlichen Rückgang haben sich die Preise wieder leicht erholt.
Einerseits sorgen neue diplomatische Gespräche zwischen dem Iran und weiteren Staaten für Hoffnungen auf eine Entspannung im Nahen Osten. Andererseits halten die jüngsten Angriffe auf Energieanlagen und Handelsschiffe die Sorgen um die Versorgung aufrecht.
Die internationale Ölversorgung bleibt damit ein wesentlicher Unsicherheitsfaktor.
Heizöl und Diesel
Bei Heizöl und Diesel bleibt die Marktlage angespannt.
Die internationalen Gasöl- und Dieselpreise stehen weiterhin unter dem Einfluss der eingeschränkten Versorgung und der geopolitischen Risiken.
Besonders die Situation bei den Raffinerieprodukten verdient Aufmerksamkeit. Die weltweiten Lagerbestände an Diesel und anderen Destillaten liegen weiterhin unter dem langjährigen Durchschnitt.
Auf dem Schweizer Beschaffungsmarkt ist nach der gestrigen Entspannung heute wieder ein deutlicher Preisanstieg festzustellen.
Eine nachhaltige Beruhigung ist deshalb noch nicht erkennbar.
Benzin
Auch der Benzinmarkt bleibt von den internationalen Rohölpreisen und der geopolitischen Entwicklung abhängig.
Die möglichen Fortschritte bei diplomatischen Gesprächen könnten den Markt entlasten. Gleichzeitig können erneute Störungen der Ölversorgung und der Raffinerieproduktion die Preise rasch wieder erhöhen.
Die kurzfristige Entwicklung bleibt entsprechend unsicher.
Rhein und Rheinfrachten
Bei den Rheinwasserständen zeigt sich gegenüber der vergangenen Woche eine gewisse Verbesserung.
Der Pegel Basel-Rheinhalle lag in der Nacht auf Dienstag bei rund 4.89 Metern.
Bei Kaub wurde ein Wasserstand von rund 57 cm gemessen. Damit hat sich die Situation gegenüber den extrem tiefen Pegelständen der vergangenen Woche spürbar verbessert.
Trotzdem herrscht weiterhin Niedrigwasser. Die Transportmöglichkeiten der Rheinschiffe bleiben eingeschränkt.
Ein höherer Wasserstand kann die möglichen Ladungsmengen verbessern und dadurch die Transportkosten entlasten.
Ob und wie stark die Rheinfrachten tatsächlich zurückgehen, bleibt abzuwarten.
Schweizer Franken
Der Wechselkurs zwischen dem US-Dollar und dem Schweizer Franken bleibt für den Schweizer Mineralölmarkt von Bedeutung.
Da Rohöl und Mineralölprodukte international überwiegend in US-Dollar gehandelt werden, beeinflussen Wechselkursschwankungen die Beschaffungskosten.
Ein stärkerer Schweizer Franken wirkt grundsätzlich entlastend, während ein stärkerer US-Dollar die Einfuhr verteuert.
Schweizer Heizölmarkt
Nach dem deutlichen Rückgang vom Montag zeigt sich der Schweizer Heizöl-Beschaffungsmarkt heute wieder fester.
Die Preisentwicklung bleibt von den internationalen Produktnotierungen, dem Wechselkurs und den Transportkosten abhängig.
Die leicht verbesserten Rheinwasserstände sind ein positives Signal für die Logistik. Ob sich daraus eine nachhaltige Entlastung ergibt, hängt jedoch von der weiteren Wasserführung und der Entwicklung der Rheinfrachten ab.
Für die Schweizer Heizölkunden bleibt die Marktsituation deshalb schwer vorhersehbar.
Einschätzung und Ausblick
Der Ölmarkt zeigt weiterhin starke kurzfristige Schwankungen.
Während diplomatische Bemühungen im Nahen Osten für etwas Hoffnung sorgen, bleiben die Risiken für die internationale Versorgung hoch.
Positiv ist die jüngste Verbesserung der Rheinwasserstände. Die Transportbedingungen sind allerdings noch nicht wieder normal.
Für die kommenden Tage dürften insbesondere die Gasölnotierungen, die Entwicklung der Rheinfrachten und die geopolitische Lage entscheidend bleiben.
Markttendenz 27.10.2026: Schweizer Beschaffungskosten wieder steigend, bei leicht verbesserten Rheinwasserständen und weiterhin unsicherer internationaler Marktlage.


