Preistrend
Konflikt im Nahen Osten treibt den Brent wieder über 90 Dollar

Teile diesen Eintrag
Marktsituation Rohöl Schweiz – 23.07.2026
Die internationalen Ölpreise sind heute erneut deutlich gestiegen. Brent-Rohöl notiert zeitweise bei rund 96 bis 97 US-Dollar pro Fass und damit auf dem höchsten Niveau seit Anfang Juni. Hauptgrund sind die zunehmenden Spannungen im Nahen Osten und die Sorge vor Behinderungen wichtiger Transportwege wie der Strasse von Hormus und der Route durch das Rote Meer.
Heizöl und Diesel
Auch die Preise für Gasöl, das als Grundlage für Heizöl und Diesel dient, stehen unter erhöhtem Aufwärtsdruck. Die gestiegenen Rohölpreise und die höheren Risiken im internationalen Schiffsverkehr dürften sich zunehmend auf die europäischen Produktepreise auswirken.
Für die Schweiz bedeutet dies, dass bei Heizöl und Diesel kurzfristig mit höheren Einstandspreisen gerechnet werden muss. Die Preisentwicklung bleibt stark von den Nachrichten aus dem Nahen Osten abhängig.
Benzin
Auch beim Benzin ist mit einem steigenden Preisniveau zu rechnen. Die Sommerreisezeit sorgt weiterhin für eine solide Nachfrage. Gleichzeitig erhöhen die gestiegenen Rohölpreise die Produktions- und Beschaffungskosten der Raffinerien.
Wechselkurs
Der Schweizer Franken bleibt gegenüber dem US-Dollar vergleichsweise stark. Der USD/CHF-Kurs liegt momentan ungefähr im Bereich von 0.81 Franken je US-Dollar. Der starke Franken kann einen Teil des internationalen Ölpreisanstiegs abfedern, den deutlichen Anstieg beim Rohöl jedoch nicht vollständig ausgleichen.
Rheinfrachten
Die Wasserstände am Rhein bleiben tief. Zwar haben Niederschläge zuletzt zu einer leichten Verbesserung geführt, die Schifffahrt ist aber weiterhin durch Tiefgangsbeschränkungen beeinträchtigt. Zuschläge wegen Niedrigwasser bleiben teilweise bestehen und die Frachten nach Basel weiterhin erhöht. Eine schnelle und deutliche Entspannung ist momentan noch nicht gesichert.
Einschätzung
Der Markt zeigt heute klar nach oben. Die geopolitischen Risiken werden wieder stärker in die Ölpreise eingerechnet. Solange keine glaubwürdige Entspannung im Nahen Osten eintritt, bleibt das Risiko weiterer Preissteigerungen bestehen.
Für Kunden mit kurzfristigem Bedarf empfiehlt es sich, mit einer Bestellung nicht zu lange zuzuwarten. Bei grösseren Mengen kann weiterhin eine gestaffelte Beschaffung sinnvoll sein. Sinkende Rheinfrachten könnten die Schweizer Preise später etwas entlasten, derzeit dominiert jedoch der deutliche Anstieg an den internationalen Öl- und Produktenmärkten.
