Marktsituation Rohöl Schweiz – 20.10.2026
Internationaler Rohölmarkt
Der internationale Rohölmarkt zeigt sich am Dienstag deutlich fester.
Brent-Rohöl notiert gemäss den Schweizer Morgenindikationen bei 109.81 USD pro Barrel, gegenüber 107.79 USD am Montag. Damit ist der Rohölpreis innerhalb eines Tages um rund 2 USD gestiegen.
Hauptgrund für die erneute Verteuerung sind die anhaltenden geopolitischen Spannungen im Nahen Osten. Angriffe auf Energieanlagen in Saudi-Arabien sowie auf Handelsschiffe im Golf erhöhen die Sorgen über mögliche Lieferunterbrüche.
Gleichzeitig wird über mögliche Lockerungen einzelner Sanktionen gegen russische Energieexporte diskutiert. Zusätzliche Liefermengen könnten den Markt entlasten, reichen derzeit jedoch nicht aus, um die geopolitische Unsicherheit zu beseitigen.
Heizöl und Diesel
Bei den internationalen Produktnotierungen zeigt sich heute ein besonders deutlicher Preisanstieg.
Die aktuellen Morgenindikationen:
- Gasöl Rotterdam: 1’418.00 USD/t
- Heizöl Öko: 1’457.00 USD/t
- Diesel: 1’479.50 USD/t
Gegenüber Montag sind die Gasölpreise um 46.50 USD pro Tonne und die Heizölnotierungen um 50.50 USD pro Tonne gestiegen.
Damit wurde die relative Stabilität vom Wochenbeginn bereits wieder abgelöst.
Besonders bei Diesel und Heizöl bleibt die Versorgungslage angespannt. Die hohen internationalen Produktpreise wirken sich entsprechend auf die Beschaffungskosten in der Schweiz aus.
Benzin
Auch beim Benzin zeigt sich heute eine deutliche Verteuerung.
Bleifrei 95 notiert bei 1’264 USD pro Tonne, gegenüber 1’225 USD am Montag.
Dies entspricht einem Anstieg von 39 USD pro Tonne.
Damit folgt auch der Benzinmarkt der festeren Entwicklung bei Rohöl und den übrigen Mineralölprodukten.
Rhein und Rheinfrachten
Die Situation auf dem Rhein bleibt für den Schweizer Mineralölmarkt weiterhin schwierig.
Der Pegel Basel-Rheinhalle liegt heute Morgen bei rund 4.84 Metern. Besonders kritisch bleibt die Situation bei Kaub, wo der Wasserstand lediglich rund 21 cm beträgt.
Die tiefen Wasserstände schränken die Transportmöglichkeiten der Rheinschiffe erheblich ein. Die Schiffe können nur mit reduzierten Ladungsmengen verkehren.
Dadurch bleiben die Transportkosten Richtung Basel ein wichtiger Kostenfaktor.
Eine nachhaltige Entspannung bei den Rheinfrachten ist derzeit nicht gesichert. Die schwierige Rheinlogistik verstärkt damit den Preisdruck auf dem Schweizer Heizölmarkt.
Schweizer Franken
Der US-Dollar zeigt sich gegenüber dem Schweizer Franken praktisch unverändert.
Der Wechselkurs liegt heute bei rund 0.8247 CHF/USD, gegenüber 0.8241 am Montag.
Damit fällt der Einfluss der Währung vergleichsweise gering aus.
Die deutlich höheren internationalen Produktnotierungen können durch die Wechselkursentwicklung nicht ausgeglichen werden.
Schweizer Heizölmarkt
Nach der weitgehend stabilen Entwicklung vom Montag zeigt sich der Schweizer Heizöl-Beschaffungsmarkt heute wieder deutlich fester.
Die kräftig gestiegenen internationalen Gasöl- und Heizölnotierungen erhöhen den Kostendruck.
Zusätzlich bleibt die Rheinschifffahrt durch die tiefen Wasserstände eingeschränkt. Dies erschwert die Versorgung und begrenzt mögliche Entlastungen bei den Transportkosten.
Für die Schweizer Heizölkunden bedeutet dies eine weiterhin unsichere Marktlage. Wie stark sich die höheren Beschaffungskosten auf die Verkaufspreise auswirken, hängt von der jeweiligen Kalkulation und den Marktbedingungen ab.
Einschätzung und Ausblick
Der Ölmarkt bleibt ausgesprochen volatil.
Nach einer kurzen Phase der Stabilisierung sind die internationalen Rohöl- und Produktnotierungen heute wieder deutlich gestiegen.
Die geopolitischen Risiken im Nahen Osten, die angespannte Versorgungslage bei Mineralölprodukten sowie die schwierigen Transportbedingungen auf dem Rhein bleiben die wichtigsten Einflussfaktoren.
Für die kommenden Tage ist deshalb weiterhin mit grösseren Preisschwankungen zu rechnen.
Eine nachhaltige Entspannung ist momentan nicht erkennbar.
Markttendenz 20.10.2026: deutlich steigende Beschaffungskosten bei weiterhin angespannter Marktlage.


