Preise bleiben auf hohem Niveau
Marktsituation Rohöl Schweiz – 19.08.2026
Die internationalen Ölpreise setzen ihren Aufwärtstrend heute fort. Brent-Rohöl steigt am Mittwochmorgen auf rund 91.44 USD pro Barrel und legt damit bereits den vierten Handelstag in Folge zu. Haupttreiber bleibt die Unsicherheit rund um die Strasse von Hormus und damit die Sorge um die Versorgung aus dem Nahen Osten.
Heizöl und Diesel
Für Heizöl und Diesel bleibt die Situation angespannt. Besonders die europäischen Diesel- und Gasoilmärkte weisen weiterhin hohe Raffineriemargen auf. Der Preisaufschlag von europäischem Diesel gegenüber Brent hat sich seit Jahresbeginn stark erhöht. Damit bleiben die Produktepreise für die Schweiz ein wichtiger Preistreiber – teilweise stärker als das Rohöl selbst.
Benzin
Beim Benzin bleibt das Preisniveau ebenfalls erhöht. Die aktuellen US-Lagerdaten deuten allerdings auf steigende Benzinbestände hin, während bei Rohöl und Destillaten Rückgänge gemeldet wurden. Das könnte den Benzinmarkt etwas stärker bremsen als Diesel und Heizöl.
Strasse von Hormus
Die Lage bleibt sehr unsicher. Die USA erklären die Strasse von Hormus weiterhin für offen, während Iran von einer Schliessung spricht. Gleichzeitig liegt der Schiffsverkehr deutlich unter dem normalen Niveau. Solange hier keine klare politische und logistische Entspannung eintritt, dürfte ein erheblicher Risikoaufschlag im Ölpreis bestehen bleiben.
Rheinfrachten
Für die Schweiz bleiben die Rheinfrachten ein zusätzlicher Belastungsfaktor. Die aussergewöhnlich niedrigen Wasserstände der vergangenen Wochen haben die Transportkapazitäten stark eingeschränkt und die Frachtraten nach Basel massiv erhöht.
Damit bleibt die Situation speziell: Selbst wenn Brent kurzfristig etwas nachgeben sollte, können hohe Gasoilpreise und hohe Transportkosten verhindern, dass Heizöl und Diesel in der Schweiz im gleichen Umfang günstiger werden.
Schweizer Franken
Der Franken hilft weiterhin etwas. Der USD/CHF-Kurs bewegt sich heute ungefähr bei 0.81. Damit bleibt der Franken gegenüber dem Dollar vergleichsweise stark und dämpft einen Teil der internationalen Preissteigerungen.
Einschätzung
Die Markttendenz bleibt fest bis steigend. Brent steigt bereits den vierten Tag in Folge und die Unsicherheit rund um Hormus verhindert momentan eine nachhaltige Entspannung.
Für den Schweizer Markt sind derzeit drei Faktoren besonders entscheidend: ICE Gasoil, Rheinfrachten und die geopolitische Lage im Nahen Osten.
Unsere Empfehlung: Wer kurzfristig Heizöl benötigt, sollte momentan nicht zwingend auf deutlich tiefere Preise spekulieren. Für eine nachhaltige Entspannung müssten sich sowohl die geopolitische Lage als auch die Transportbedingungen auf dem Rhein verbessern.
Markttendenz 19.08.2026: fest bis steigend – weiterhin sehr nervöser Markt.

