Ölpreise hin und hergerissen. Neue Hoffnung?
Marktsituation Rohöl Schweiz – 21.07.2026
Marktübersicht
Der Ölmarkt gibt heute etwas nach. Brent fällt am Dienstagmorgen um rund 1,1 % auf etwa 88,25 USD je Barrel, WTI liegt bei ungefähr 82,50 USD. Grund sind neue Vermittlungsbemühungen für eine vorübergehende Waffenruhe zwischen den USA und Iran. Eine nachhaltige Entspannung ist jedoch noch nicht erreicht.
Die Risiken bleiben erheblich: Im Golf wurden erneut Tanker angegriffen, während gleichzeitig auch eine mögliche Blockade saudischer Öltransporte im Roten Meer im Raum steht. Der heutige Rückgang ist deshalb eher als Abbau eines Teils der Risikoprämie zu werten und nicht als klare Trendwende.
Heizöl und Diesel
Der europäische Gasoilmarkt bleibt auf sehr hohem Niveau. Die zuletzt klar bestätigte Notierung für den September-Kontrakt lag am 17. Juli bei rund 1’123 USD je Tonne. Für den heutigen Morgen konnte ich noch keine verlässliche frei zugängliche Echtzeitnotierung bestätigen.
Für die Schweiz bedeutet das: Der Rückgang beim Brent kann zwar etwas entlasten, doch Heizöl und Diesel dürften wegen des weiterhin teuren Gasoils nur begrenzt nachgeben.
USD/CHF
Der Wechselkurs liegt heute ungefähr bei 1 USD = 0,810 CHF. Der Dollar ist damit leicht stärker als an einzelnen Tagen der Vorwoche. Für Schweizer Importe wirkt dies leicht preissteigernd und schwächt die Entlastung durch den tieferen Brent-Preis etwas ab.
Rheinfrachten und Rheinpegel
Die Rheinfrachten bleiben der entscheidende Schweizer Sonderfaktor. Die Route Rotterdam–Birsfelden wurde zuletzt bei ungefähr CHF 75 je Tonne bewertet – rund doppelt so hoch wie im Juni.
Die niedrigen Wasserstände führen weiterhin zu stark reduzierten Beladungen. Am Engpass bei Kaub konnten Schiffe zuletzt teilweise nur rund 20 % ihrer normalen Kapazität transportieren. Die Frachten Rotterdam–Karlsruhe lagen deshalb bei ungefähr 60 bis 70 Euro je Tonne, gegenüber rund 45 Euro Ende Juni.
Die jüngsten Daten für Basel zeigen zwar eine gewisse Pegelerholung gegenüber den Tiefständen, doch eine sofortige deutliche Entspannung bei den Frachtraten ist daraus noch nicht abzuleiten. Erst nachhaltig höhere Wasserstände und zusätzliche Schiffskapazitäten würden die Kosten spürbar senken.
Auswirkungen auf die Schweiz
Das heutige Gesamtbild ist gemischt:
- Brent leicht tiefer
- Gasoil weiterhin sehr teuer
- Dollar leicht fester
- Rheinfrachten weiterhin aussergewöhnlich hoch
- geopolitische Risiken unverändert gross
Damit dürften die Schweizer Einstandspreise für Heizöl und Diesel höchstens leicht nachgeben oder stabil bleiben. Eine deutliche Preissenkung ist wegen Gasoil, Wechselkurs und Rheinfrachten eher unwahrscheinlich.
Fazit vom 21.07.2026: International gibt es heute eine leichte Entlastung beim Rohöl. Für die Schweiz ist die Situation jedoch weiterhin teuer. Hohe Gasoilpreise, ein etwas stärkerer Dollar und vor allem die sehr hohen Rheinfrachten verhindern momentan einen deutlichen Rückgang der Heizöl- und Dieselpreise.

