Preistrend
Konflikt zwischen USA und Iran spitzt sich erneut zu

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Marktsituation Rohöl Schweiz – 17.08.2026
Der Ölmarkt startet die neue Woche weiterhin nervös und auf hohem Niveau. Brent-Rohöl bewegt sich heute Morgen im Bereich von rund 89 USD pro Barrel. Nach einem Anstieg von mehr als 5 % in der vergangenen Woche sorgen vor allem die Spannungen zwischen den USA und Iran sowie die Unsicherheit rund um die Strasse von Hormus weiterhin für einen deutlichen Risikoaufschlag. Gleichzeitig verhindern bislang ausreichende globale Öllieferungen einen noch stärkeren Preisanstieg.
Heizöl und Diesel
Für den Schweizer Markt ist momentan nicht nur der Rohölpreis entscheidend. Die Versorgung mit Diesel und Gasoil in Europa bleibt angespannt. Dieselpreise haben sich zuletzt stärker entwickelt als andere Produkte, unter anderem wegen reduzierter russischer Exporte und Problemen bei Raffinerien im Nahen Osten und in Russland. Dies stützt auch die Heizölpreise.
Benzin
Auch Benzin bleibt auf einem vergleichsweise hohen Preisniveau. Die hohen Raffineriemargen und die weiterhin vorhandenen geopolitischen Risiken wirken preistreibend. Gleichzeitig nähert sich die Hauptferienzeit langsam dem Ende, wodurch sich die Nachfrage in den kommenden Wochen etwas abschwächen könnte.
Rheinfrachten
Die grösste Belastung für die Schweizer Versorgung ist derzeit eindeutig der Rhein. Die Wasserstände sind auf aussergewöhnlich tiefe Werte gefallen. Bei Kaub wurden zuletzt sogar Pegelstände von unter 10 cm gemeldet. Dadurch können viele Schiffe nur noch stark reduziert beladen werden.
Die Frachten von ARA beziehungsweise Rotterdam nach Basel sind entsprechend massiv gestiegen. Marktangaben zufolge lag die ARA–Basel-Fracht zuletzt bei rund 277 Euro pro Tonne, nachdem sie unter normalen Bedingungen zeitweise nur etwa 35 Euro pro Tonne betragen hatte. Für den Schweizer Heizöl- und Dieselmarkt ist dies derzeit ein sehr bedeutender Preisfaktor.
Schweizer Franken
Der Franken bleibt gegenüber dem US-Dollar relativ stark. Das hilft der Schweiz weiterhin, einen Teil der hohen internationalen Ölpreise abzufedern. Der positive Währungseffekt reicht momentan jedoch nicht aus, um die hohen Produktepreise und vor allem die extremen Rheinfrachten vollständig zu kompensieren.
Einschätzung
Für die Schweiz sehen wir den Markt momentan eher fest bis steigend. Beim Rohöl selbst scheint das Aufwärtspotenzial kurzfristig begrenzt, solange es zu keinen grösseren Lieferausfällen im Nahen Osten kommt. Bei Heizöl und Diesel sieht die Situation jedoch anders aus: Hohe Gasoilpreise und die aussergewöhnlich hohen Rheinfrachten halten die Einstandspreise hoch.
Unsere Empfehlung: Wer Heizöl in nächster Zeit benötigt, sollte den Markt aufmerksam verfolgen und mit einer Bestellung nicht unbedingt auf deutlich tiefere Preise spekulieren. Eine Entspannung dürfte vor allem dann eintreten, wenn Niederschläge die Rheinsituation nachhaltig verbessern. Solange dies nicht geschieht, bleibt der Schweizer Markt anfällig für weitere Preissteigerungen.
Markttendenz 17.08.2026: fest bis leicht steigend – besonders die Rheinfrachten bleiben der kritische Faktor.
