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Konflikt im Nahen Osten treibt den Brent wieder über 90 Dollar

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Konflikt im Nahen Osten treibt den Brent wieder über 90 Dollar

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Marktsituation Rohöl Schweiz – 20.07.2026

Marktübersicht

Der Ölmarkt startet mit einem weiteren kräftigen Preissprung in die neue Woche. Brent stieg heute Morgen um rund 3 % auf etwa 90,90 USD je Barrel, WTI auf ungefähr 84,80 USD. Brent erreichte damit den höchsten Stand seit dem 11. Juni. Bereits in der vergangenen Woche hatte Brent fast 16 % zugelegt.

Der Hauptgrund bleibt die deutliche Eskalation zwischen den USA und Iran. Angriffe auf Schiffe und der stark eingeschränkte Tankerverkehr durch die Strasse von Hormus erhöhen das Risiko tatsächlicher Lieferausfälle. Durch diese Meerenge wird ungefähr ein Fünftel des weltweiten Ölhandels transportiert.

Heizöl und Diesel

Der europäische Gasoilmarkt bleibt ausgesprochen teuer. Die letzte bestätigte, frei zugängliche Notierung des kontinuierlichen ICE-Low-Sulphur-Gasoil-Kontrakts lag am Freitag, 17. Juli, bei ungefähr 1’181 USD je Tonne. Eine verlässliche aktuelle Montagmorgen-Notierung konnte ich noch nicht bestätigen.

Aufgrund des heutigen Rohölsprungs und der anhaltenden Versorgungsrisiken ist aber davon auszugehen, dass auch Gasoil und damit die europäischen Heizöl- und Dieselpreise zum Wochenstart erneut unter Aufwärtsdruck stehen. Das ist eine Markteinschätzung, keine bestätigte Echtzeitnotierung.

USD/CHF

Der Wechselkurs liegt heute Morgen ungefähr bei 1 USD = 0,808 CHF. Der Schweizer Franken bleibt damit vergleichsweise stark und dämpft einen Teil der internationalen Preissteigerung. Gegen einen Brent-Anstieg von rund 3 % und die hohen Gasoilpreise bietet der Wechselkurs jedoch nur eine begrenzte Entlastung.

Rheinfrachten

Die Rheinfrachten bleiben für die Schweiz ein erheblicher zusätzlicher Kostenfaktor. Wegen der niedrigen Wasserstände können Frachtschiffe teilweise nur noch mit ungefähr 20 % ihrer normalen Kapazität fahren. Dadurch verteilen sich die Schiffskosten auf eine wesentlich kleinere Produktmenge.

Die Frachtraten Rotterdam–Karlsruhe lagen zuletzt bei rund 60 bis 70 Euro je Tonne, gegenüber ungefähr 45 Euro Ende Juni. Besonders die Destinationen am Oberrhein treiben die Raten weiter nach oben; die Frachten am Niederrhein entwickelten sich zuletzt ruhiger. Für Transporte Richtung Basel und Birsfelden bleibt die Situation daher angespannt und volatil.

Auswirkungen auf die Schweiz

Heute wirken beinahe alle wichtigen Faktoren preissteigernd:

  • Brent wieder über 90 USD je Barrel
  • sehr hohe Gasoilpreise
  • zunehmendes Risiko bei den Transportwegen im Nahen Osten
  • niedrige Rheinpegel
  • hohe und weiter angespannte Oberrheinfrachten

Lediglich der starke Franken wirkt etwas preisdämpfend. Insgesamt ist deshalb bei den Schweizer Einstandspreisen für Heizöl und Diesel mit einem deutlichen Anstieg zu rechnen.

Ein Rückgang beim Brent würde die Schweizer Preise vermutlich nicht sofort deutlich entlasten, solange Gasoil und Rheinfrachten auf diesem hohen Niveau bleiben.

Ausblick

Kurzfristig bleibt die Marktrichtung fest bis weiter steigend. Bei einer weiteren Behinderung der Strasse von Hormus könnte Brent rasch in Richtung 100 USD steigen. Umgekehrt könnte eine glaubwürdige politische Entspannung einen Teil der hohen Risikoprämie wieder abbauen. Analysten warnen jedoch, dass der Markt die möglichen Folgen länger anhaltender Transportstörungen derzeit noch unterschätzen könnte.

Fazit vom 20.07.2026: Für die Schweiz besteht heute klarer Aufwärtsdruck. Der Brent-Preis über 90 USD trifft auf sehr hohe Gasoilpreise und weiterhin angespannte Rheinfrachten. Der starke Franken kann diese Belastungen nur teilweise ausgleichen.

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