Heizölpreise geben weiter nach – extremes Niedrigwasser auf dem Rhein bleibt ein Risiko
Internationaler Rohölmarkt
Der internationale Rohölmarkt zeigt sich Anfang November weiterhin ausgesprochen schwankungsanfällig.
Am Montag sind die Rohölpreise um mehr als sieben Prozent gefallen. Auslöser waren neue Hoffnungen auf eine diplomatische Lösung des Konflikts mit dem Iran. Gespräche zwischen iranischen und katarischen Vertretern hatten die Erwartungen an eine mögliche Entspannung der Versorgungslage verstärkt.
Am Dienstagmorgen haben sich die Notierungen zunächst wieder leicht erholt. Brent-Rohöl bewegte sich dabei um 105 USD pro Barrel.
Berichte über einen amerikanischen Angriff auf die iranische Insel Qeschm haben die Befürchtungen vor einer erneuten Eskalation verstärkt.
Die Situation rund um die Strasse von Hormus bleibt für den internationalen Ölhandel von entscheidender Bedeutung. Weitere Störungen der Schifffahrt könnten die Versorgung erneut belasten.
Heizöl und Diesel
Bei Heizöl und Diesel zeigt sich die Marktlage weiterhin uneinheitlich.
Die kräftig gesunkenen Rohölpreise haben grundsätzlich eine entlastende Wirkung auf die internationalen Mineralölmärkte. Allerdings entwickeln sich die Notierungen für Gasöl, Heizöl und Diesel nicht immer im gleichen Umfang wie der Rohölpreis.
Die Versorgung mit Raffinerieprodukten bleibt von den geopolitischen Risiken und den internationalen Transportbedingungen abhängig.
Auf dem Schweizer Beschaffungsmarkt ist gegenüber Ende Oktober eine weitere Verbilligung festzustellen.
Ob sich dieser Rückgang fortsetzt, hängt insbesondere von den Gasölnotierungen, dem Wechselkurs und der weiteren Entwicklung im Nahen Osten ab.
Benzin
Auch beim Benzin sorgt der jüngste Rückgang der Rohölpreise grundsätzlich für eine gewisse Entlastung.
Gleichzeitig bleibt der internationale Benzinmarkt von der Raffinerieproduktion, der Nachfrage und den geopolitischen Entwicklungen beeinflusst.
Sollten sich die Spannungen im Nahen Osten erneut verschärfen, könnten auch die Benzinnotierungen rasch wieder ansteigen.
Eine dauerhafte Entspannung lässt sich deshalb noch nicht bestätigen.
Rhein und Rheinfrachten
Die Situation auf dem Rhein hat sich zu Beginn des Novembers erneut deutlich verschlechtert.
Besonders kritisch ist die Entwicklung beim Pegel Kaub. Dieser lag am Dienstagmorgen nur noch bei rund 18 cm. Am vergangenen Freitag waren es noch 45 cm.
Damit ist der Wasserstand innerhalb weniger Tage nochmals erheblich gesunken.
Auch der Pegel Basel-Rheinhalle liegt mit rund 4.86 Metern auf einem tiefen Niveau.
Die extrem niedrigen Wasserstände schränken die möglichen Ladungsmengen der Rheinschiffe stark ein. Dadurch können die Transportkosten pro Tonne erheblich steigen.
Für die Schweizer Mineralölversorgung bleibt diese Situation besonders wichtig, da ein Teil der Produkte über den Rhein nach Basel gelangt.
Die Rheinlogistik bleibt momentan ein erheblicher Risikofaktor. Trotz der günstigeren internationalen Rohölpreise können hohe Transportkosten eine weitere Verbilligung in der Schweiz begrenzen.
Schweizer Franken
Der Wechselkurs zwischen dem Schweizer Franken und dem US-Dollar bleibt ein wichtiger Einflussfaktor für die Schweizer Mineralölpreise.
Da Rohöl und Mineralölprodukte international überwiegend in US-Dollar gehandelt werden, kann ein stärkerer Schweizer Franken die Importkosten reduzieren.
Ein stärkerer US-Dollar wirkt dagegen verteuernd.
Neben dem Wechselkurs sind weiterhin die internationalen Produktnotierungen und die Transportkosten entscheidend.
Schweizer Heizölmarkt
Der Schweizer Heizöl-Beschaffungsmarkt zeigt sich Anfang November erneut günstiger.
Die jüngste Entspannung am internationalen Rohölmarkt wirkt grundsätzlich unterstützend.
Allerdings stehen dieser Entwicklung die extrem tiefen Rheinwasserstände gegenüber. Die eingeschränkten Transportmöglichkeiten können die Versorgung verteuern und den Preisrückgang teilweise ausgleichen.
Die Marktpreise bleiben deshalb von mehreren gegensätzlichen Faktoren geprägt.
Ob und in welchem Umfang die günstigeren Beschaffungskosten an die Heizölkunden weitergegeben werden können, hängt von der jeweiligen Marktsituation und den Transportkosten ab.
Einschätzung und Ausblick
Der Ölmarkt startet mit deutlich gesunkenen Rohölpreisen in den November.
Die Hoffnungen auf eine diplomatische Entspannung im Nahen Osten haben für einen kräftigen Preisrückgang gesorgt. Neue militärische Zwischenfälle zeigen jedoch, wie rasch sich die Situation wieder verändern kann.
Für die Schweiz kommt die zunehmend schwierige Rheinlogistik hinzu. Die extrem tiefen Wasserstände bei Kaub sind ein ernst zu nehmender Kostenfaktor.
In den kommenden Tagen dürften insbesondere die internationalen Gasölnotierungen, die geopolitische Lage und die Rheinfrachten die Preisentwicklung bestimmen.
Markttendenz 03.11.2026: Schweizer Heizölbeschaffung weiter rückläufig. Gleichzeitig bleiben die geopolitischen Risiken und das extreme Niedrigwasser auf dem Rhein erhebliche Unsicherheitsfaktoren.


