Preistrend
Wiederaufnahme der US – Seeblockade. Preise steigen

Teile diesen Eintrag
Marktsituation Rohöl Schweiz – 14.07.2026
Marktübersicht
Der Ölmarkt bleibt heute klar aufwärtsgerichtet. Brent stieg am Dienstagmorgen um fast 3 % auf rund 85 USD je Barrel und erreichte damit den höchsten Stand seit etwa einem Monat. Auslöser ist die erneute Verschärfung des Konflikts zwischen den USA und Iran sowie die zunehmende Behinderung des Tankerverkehrs in der Strasse von Hormus.
Damit hat sich Brent innerhalb weniger Handelstage stark verteuert. Noch am 9. Juli hatte der Kontrakt bei rund 76 USD je Barrel geschlossen.
Heizöl und Diesel
Auch der europäische Gasoilmarkt bleibt sehr fest. Der Juli-Kontrakt für schwefelarmes ICE Gasoil wurde zuletzt bei ungefähr 960 USD je Tonne ausgewiesen. Die deutlich höheren Rohölpreise und die Unsicherheit bei den internationalen Produktströmen sorgen damit auch bei Heizöl und Diesel für erheblichen Aufwärtsdruck.
Für den Schweizer Markt ist ICE Gasoil momentan besonders wichtig: Steigt Gasoil stärker als Brent, können die Einstandspreise für Heizöl und Diesel überproportional zulegen.
Rheinfrachten und Rheinpegel
Die Situation auf dem Rhein bleibt angespannt. Niedrige Wasserstände verhindern eine volle Beladung der Schiffe. Am kritischen Abschnitt bei Kaub können Tankschiffe teilweise nur noch etwa 460 Tonnen beziehungsweise rund 20 % ihrer normalen Kapazität transportieren.
Die Frachten Rotterdam–Karlsruhe sind deshalb auf ungefähr 60 bis 70 Euro pro Tonne gestiegen, nachdem sie Ende Juni noch bei rund 45 Euro gelegen hatten. Für Transporte weiter in Richtung Basel und Birsfelden ist ebenfalls von sehr hohen und volatilen Frachten auszugehen. Regen wird zwar im Wochenverlauf erwartet, eine schnelle und nachhaltige Entspannung ist jedoch noch nicht gesichert.
USD/CHF
Der US-Dollar zeigt sich vor den amerikanischen Inflationsdaten relativ stabil. Der starke Schweizer Franken dämpft die Verteuerung zwar weiterhin etwas, kann den heutigen Anstieg bei Rohöl und Gasoil jedoch bei Weitem nicht ausgleichen.
Auswirkungen auf die Schweiz
Heute wirken praktisch alle wichtigen Faktoren preissteigernd:
- Brent deutlich höher
- ICE Gasoil fest
- geopolitische Risikoprämie steigend
- Tankerverkehr durch Hormus beeinträchtigt
- Rheinpegel niedrig
- Rheinfrachten hoch und volatil
Damit dürften die Schweizer Einkaufspreise für Heizöl und Diesel erneut deutlich anziehen. Die Rheinfrachten verstärken den internationalen Preisanstieg zusätzlich.
Ausblick
Die kurzfristige Marktrichtung bleibt fest bis stark steigend. Entscheidend ist, ob der Tankerverkehr in der Strasse von Hormus weiter eingeschränkt wird. Bei einer weiteren Eskalation ist auch ein Anstieg von Brent in Richtung 90 USD je Barrel kurzfristig möglich. Beruhigt sich die Lage, könnte ein Teil der geopolitischen Prämie wieder verschwinden.
Fazit vom 14.07.2026: Für die Schweiz ist heute mit höheren Einstandspreisen zu rechnen. Der starke Anstieg bei Rohöl und Gasoil trifft gleichzeitig auf sehr hohe Rheinfrachten. Damit besteht klarer Aufwärtsdruck bei Heizöl und Diesel.
