Preistrend
Iran Konflikt treibt die Preise zum Wochenstart in die Höhe

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Marktsituation Rohöl Schweiz – 13.07.2026
Internationale Märkte
Der Ölmarkt startet deutlich fester in die neue Woche. Brent stieg am Montagmorgen um rund 4 % auf etwa 79 USD je Barrel. Hauptgrund ist die erneute Eskalation zwischen den USA und Iran sowie die Unsicherheit rund um die Strasse von Hormus. Dadurch ist wieder eine deutliche geopolitische Risikoprämie im Markt.
Neben Rohöl bleiben auch die europäischen Diesel- und Gasoilmärkte angespannt. Die Raffineriemargen für Mitteldestillate sind hoch, zusätzlich belastet das eingeschränkte Angebot an Dieselprodukten. Für Heizöl und Diesel bedeutet dies aktuell einen stärkeren Aufwärtsdruck als beim Rohöl allein.
USD/CHF
Der US-Dollar hat sich im Zuge der geopolitischen Unsicherheit leicht verstärkt. Der USD/CHF bewegt sich derzeit ungefähr im Bereich von 0,806 bis 0,807. Damit bleibt der Franken zwar vergleichsweise stark, kann den kräftigen Anstieg der internationalen Ölpreise heute aber nur teilweise auffangen.
Rheinfrachten
Die Rheinfrachten sind weiterhin ein sehr wichtiger Kostentreiber für die Schweiz und aktuell hoch sowie stark volatil.
Die Frachtrate Rotterdam–Birsfelden wurde zuletzt mit rund CHF 75 pro Tonne bewertet. Das entspricht ungefähr einer Verdoppelung gegenüber dem Juni. Ursache sind die sehr niedrigen Wasserstände und die eingeschränkten Beladungsmöglichkeiten der Schiffe.
Am wichtigen Pegel Kaub lag der Wasserstand am Montagmorgen nur noch bei ungefähr 81 cm. Die Prognosen zeigen in den kommenden Tagen einen weiteren Rückgang in Richtung 50–60 cm. Damit können Tankschiffe nur noch deutlich reduzierte Mengen aufnehmen. Eine schnelle Entspannung der Frachten ist deshalb momentan nicht zu erwarten.
Auswirkungen auf die Schweiz
Für den Schweizer Mineralölmarkt kommen heute mehrere preistreibende Faktoren zusammen:
- stark steigender Brent-Preis,
- hohe Diesel- und Gasoilprämien,
- ein etwas festerer US-Dollar,
- sowie aussergewöhnlich hohe Rheinfrachten.
Damit dürften die Einstandspreise für Heizöl und Diesel deutlich fester ausfallen. Besonders die Rheinfracht kann den Schweizer Preis zusätzlich erhöhen, selbst wenn sich der internationale Ölmarkt im Tagesverlauf wieder etwas beruhigt.
Einschätzung für den Kohlenkontor
Für den heutigen Handel würde ich zurückhaltend kalkulieren:
- Verkaufspreise und Offerten eher kurzfristig gültig halten.
- Rheinfracht und Gasoil stärker gewichten als kleine Bewegungen beim Brent.
- Bei notwendigem Bedarf eher einen Teil der Menge absichern, statt vollständig auf fallende Preise zu setzen.
Ausblick
Kurzfristig ist die Marktrichtung eher fest bis weiter steigend. Die grössten Risiken liegen derzeit bei der Strasse von Hormus und bei den weiter sinkenden Rheinpegeln. Erst eine politische Beruhigung oder deutliche Niederschläge im Rheingebiet könnten die Situation entspannen.
Fazit für den 13.07.2026: Für die Schweiz ist heute nicht nur der steigende Rohölpreis entscheidend. Die Kombination aus festem Gasoil und rekordhohen Rheinfrachten sorgt für einen klaren Aufwärtsdruck bei Heizöl und Diesel.
