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Marktsituation Rohöl Schweiz – 20.08.2026
Die internationalen Ölpreise setzen ihre Aufwärtsbewegung heute fort. Brent-Rohöl notiert am Donnerstagmorgen bei rund 92 USD pro Barrel und steigt damit bereits den fünften Handelstag in Folge. Die Preise befinden sich auf dem höchsten Niveau seit Ende Juli. Hauptgrund bleibt die angespannte Situation im Nahen Osten und die Unsicherheit über die Transporte durch die Strasse von Hormus.
Heizöl und Diesel
Für Heizöl und Diesel bleibt die Situation ebenfalls angespannt. Die US-Destillatbestände sind zuletzt erneut gesunken und damit bereits die dritte Woche in Folge rückläufig. Gleichzeitig bleiben die Raffineriemargen für Diesel hoch. In Europa ist deshalb vorerst keine deutliche Entspannung bei Gasoil und Diesel zu erkennen.
ICE Low Sulphur Gasoil bewegt sich weiterhin auf einem sehr hohen Niveau. Die aktuellen Futures liegen je nach Kontrakt im Bereich von über 1’200 USD pro Tonne. Für die Schweizer Heizölpreise ist dies momentan mindestens so wichtig wie die Entwicklung des Rohölpreises.
Benzin
Beim Benzin bleibt das Preisniveau ebenfalls hoch. Die höheren Rohölpreise und die weiterhin angespannte Raffineriesituation wirken stützend. Mit dem langsamen Ende der Hauptferienzeit könnte die Nachfrage in Europa jedoch etwas zurückgehen und den Benzinmarkt stärker entlasten als Diesel und Heizöl.
Strasse von Hormus
Die Strasse von Hormus bleibt das grösste geopolitische Risiko für den Ölmarkt. Rund ein Fünftel des weltweiten Ölverbrauchs wird normalerweise durch diese wichtige Wasserstrasse transportiert. Der Schiffsverkehr liegt weiterhin deutlich unter dem Niveau vor dem Konflikt. Jede weitere Eskalation könnte deshalb schnell einen erneuten Preissprung auslösen.
Rheinfrachten
Für die Schweiz bleibt der Rhein ein besonders kritischer Faktor. Die Wasserstände befinden sich weiterhin auf aussergewöhnlich tiefem Niveau. Bei Kaub fiel der Pegel Mitte August zeitweise sogar unter 10 cm. Dadurch können Frachtschiffe nur stark eingeschränkt beladen werden.
Auch kurzfristig ist noch keine nachhaltige Entspannung absehbar. Aktuelle Prognosen gehen davon aus, dass die Wasserstände bei Kaub mindestens bis in die kommenden Tage auf sehr tiefem Niveau bleiben. Damit dürften auch die Frachten Richtung Basel weiterhin aussergewöhnlich hoch bleiben.
Schweizer Franken
Der Schweizer Franken bleibt gegenüber dem US-Dollar stark. USD/CHF bewegt sich heute ungefähr im Bereich von 0.80. Dies hilft, einen Teil der hohen Dollarpreise für Rohöl und Produkte abzufedern. Der Währungsvorteil kann die hohen Gasoilpreise und Rheinfrachten jedoch nur teilweise kompensieren.
Einschätzung
Die Markttendenz für die Schweiz bleibt fest bis steigend. Brent steigt bereits den fünften Handelstag in Folge, Gasoil bleibt teuer und bei den Rheinfrachten ist noch keine deutliche Entspannung erkennbar.
Für die Schweizer Heizölpreise ist deshalb momentan nicht allein der Rohölpreis entscheidend. Gasoil und Rheinfracht bleiben die zwei besonders wichtigen Faktoren für den Einstand in Basel.
Unsere Empfehlung: Kunden mit kurzfristigem Heizölbedarf sollten momentan nicht unbedingt auf deutlich tiefere Preise warten. Eine nachhaltige Entspannung wäre vor allem bei einer Beruhigung im Nahen Osten und deutlich steigenden Wasserständen am Rhein zu erwarten.
Markttendenz 20.08.2026: fest bis steigend – weiterhin sehr nervöser Markt.

