Strasse von Hormus bald geöffnet.
Marktsituation Rohöl Schweiz – 27.08.2026
Die internationalen Ölpreise stehen heute erneut unter Druck. Brent-Rohöl fällt am Donnerstagmorgen auf rund 85.80 USD pro Barrel. Damit setzt sich die Abwärtsbewegung der vergangenen Tage fort.
Hauptgrund sind die Hoffnungen auf Fortschritte bei den Gesprächen rund um die Strasse von Hormus. Iran und Oman arbeiten weiterhin an einer Vereinbarung, welche den Schiffsverkehr erleichtern könnte. Zusätzlich versucht Katar zwischen den beteiligten Parteien zu vermitteln. Eine teilweise Normalisierung der Transporte würde einen erheblichen Risikoaufschlag aus dem Ölmarkt nehmen.
Die geopolitische Situation bleibt allerdings fragil. Der Ölfluss durch Hormus liegt weiterhin deutlich unter dem Niveau vor dem Konflikt. Entsprechend können neue politische oder militärische Meldungen jederzeit wieder grössere Preisausschläge verursachen.
Heizöl und Diesel
Auch beim für die Schweiz wichtigen ICE Gasoil setzt sich die Entspannung fort. Der September-Kontrakt notiert heute Morgen bei rund 1’224 USD pro Tonne. Am Montag lag der Preis noch bei rund 1’254 USD und zeitweise sogar bei 1’300 USD pro Tonne.
Damit bewegen sich derzeit sowohl Rohöl als auch Gasoil in die richtige Richtung. Für Heizöl und Diesel in der Schweiz ist dies grundsätzlich positiv. Allerdings bleibt Gasoil im historischen Vergleich weiterhin teuer und die Raffineriemargen sind nach wie vor hoch.
Benzin
Auch beim Benzin wirkt der fallende Rohölpreis entlastend. Zusätzlich geht die europäische Hauptreisezeit zu Ende, wodurch die saisonale Nachfrage langsam zurückgeht. Dies könnte in den kommenden Wochen weiteren Druck auf die Benzinpreise bringen.
Rheinfrachten
Bei den Rheinfrachten setzt sich die leichte Entspannung fort. Die Wasserstände haben sich gegenüber den extremen Tiefständen von Mitte August deutlich verbessert.
Am wichtigen Pegel Kaub stieg der Wasserstand zuletzt wieder über 40 cm und sollte gemäss Prognosen weiter steigen. Dadurch können Schiffe wieder etwas stärker beladen werden. Entsprechend sind auch die Frachtraten Richtung Basel von ihren Extremwerten zurückgekommen.
Die ARA–Basel-Fracht lag zuletzt bei rund 256 Euro pro Tonne, gegenüber 276.67 Euro pro Tonne am 14. August. Zum Vergleich: Anfang Juli waren es allerdings nur rund 69 Euro pro Tonne. Die Frachten sind also klar am Sinken, bleiben aber weiterhin aussergewöhnlich hoch.
Tendenz Rheinfracht: sinkend – aber weiterhin deutlich über dem normalen Niveau.
Schweizer Franken
Der Schweizer Franken bleibt gegenüber dem Dollar stark. USD/CHF liegt heute Morgen bei rund 0.806. Damit kostet ein Dollar weiterhin nur gut 80 Rappen und der starke Franken hilft, die in Dollar gehandelten Ölprodukte für die Schweiz etwas günstiger zu machen.
Einschätzung
Für den Schweizer Heizölmarkt hat sich das Bild in dieser Woche spürbar verbessert.
Brent sinkt – Gasoil sinkt – Rheinfrachten sinken – der Schweizer Franken bleibt stark.
Damit zeigen momentan mehrere wichtige Faktoren gleichzeitig in eine günstigere Richtung. Besonders positiv ist, dass nicht nur Rohöl, sondern auch Gasoil und die Rheinfrachten nachgeben.
Unsere Empfehlung: Wer noch genügend Heizölvorrat besitzt, kann die weitere Entwicklung momentan durchaus beobachten. Sollten die Gespräche über die Strasse von Hormus weitere Fortschritte machen und sich gleichzeitig die Rheinfrachten weiter normalisieren, besteht zusätzliches Potenzial für tiefere Schweizer Heizölpreise.
Die geopolitischen Risiken bleiben jedoch hoch. Eine erneute Eskalation im Nahen Osten könnte die derzeit positive Entwicklung schnell wieder umkehren.
Markttendenz 27.08.2026: sinkend – mehrere wichtige Preisfaktoren zeigen gleichzeitig nach unten.

