Heizölpreise geben weiter nach – tiefe Rheinpegel bremsen die Entspannung
Marktsituation Rohöl Schweiz – 16.10.2026
Internationaler Rohölmarkt
Der internationale Rohölmarkt zeigt sich zum Wochenschluss etwas schwächer. Brent-Rohöl notiert am Freitagmorgen bei rund 105.40 USD pro Barrel.
Trotz des heutigen Rückgangs bleibt die Marktlage angespannt. Die anhaltenden Konflikte im Nahen Osten und die Angriffe auf Schiffe in der Strasse von Hormus sorgen weiterhin für Unsicherheit bei der Versorgung.
Gleichzeitig wird über zusätzliche Transportmöglichkeiten für Rohöl und Mineralölprodukte sowie die Lockerung einzelner Sanktionen diskutiert. Dies könnte den Markt etwas entlasten.
Heizöl und Diesel
Bei Heizöl und Diesel bleibt die Situation schwieriger als beim Rohöl.
Die Internationale Energieagentur (IEA) warnt weiterhin vor Engpässen bei Diesel und Gasöl. Zusätzliche Freigaben aus strategischen Reserven sollen die Versorgung verbessern und den Preisdruck reduzieren.
Auf dem Schweizer Beschaffungsmarkt ist heute erneut eine Entspannung erkennbar. Die Entwicklung bleibt jedoch empfindlich gegenüber internationalen Preisbewegungen und möglichen Lieferunterbrüchen.
Benzin
Auch beim Benzin beeinflussen die internationalen Rohölpreise und die geopolitische Lage weiterhin die Marktentwicklung.
Im Vergleich zu Diesel und Heizöl steht Benzin derzeit weniger stark im Mittelpunkt der internationalen Versorgungsengpässe. Eine verlässliche Richtung für die kommenden Tage lässt sich daraus jedoch noch nicht ableiten.
Rhein und Rheinfrachten
Die Wasserstände auf dem Rhein bleiben ausgesprochen tief.
Am Freitagmorgen liegt der Pegel bei Kaub bei rund 10 cm, während Basel-Rheinhalle rund 4.85 Meter meldet.
Die niedrigen Wasserstände schränken die Transportmöglichkeiten der Rheinschiffe erheblich ein. Die Schiffe können nur mit reduzierter Ladung verkehren, was die Transportkosten pro Tonne erhöht.
Damit bleiben die Rheinfrachten ein wichtiger Kostenfaktor für die Schweizer Mineralölversorgung. Eine nachhaltige Entspannung ist weiterhin nicht gesichert.
Schweizer Heizölmarkt
Nach dem kräftigen Preisanstieg zur Wochenmitte zeigt sich auf dem Schweizer Beschaffungsmarkt nun bereits den zweiten Tag in Folge eine Entlastung.
Trotzdem bleibt die Preisentwicklung unsicher. Die hohen internationalen Produktpreise, die geopolitischen Risiken und die eingeschränkte Rheinschifffahrt können jederzeit zu neuen Preisbewegungen führen.
Einschätzung und Ausblick
Der Ölmarkt bleibt zum Wochenschluss sehr volatil. Einerseits wirken die jüngsten Rückgänge bei den Beschaffungskosten entlastend. Andererseits bestehen weiterhin erhebliche Risiken bei der Versorgung und beim Transport.
Für die kommende Woche dürfte insbesondere die Entwicklung der Gasölnotierungen sowie der Wasserstände auf dem Rhein entscheidend sein.
Markttendenz 16.10.2026: leicht sinkende Beschaffungskosten bei weiterhin angespannter Marktlage. Eine nachhaltige Entspannung ist noch nicht erkennbar.


