Internationaler Rohölmarkt
Der internationale Rohölmarkt steht am Donnerstag erneut unter starkem Abwärtsdruck.
Brent-Rohöl notiert am Morgen bei rund 94 USD pro Barrel. Bereits am Mittwoch waren die internationalen Rohölpreise um mehr als acht Prozent eingebrochen. Am Donnerstag setzt sich die Abwärtsbewegung fort.
Hauptgrund sind die zunehmenden Hoffnungen auf eine diplomatische Entspannung im Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran.
Nach den amerikanischen Kongresswahlen gehen die Marktteilnehmer davon aus, dass eine weitere militärische Eskalation schwieriger werden könnte. Gleichzeitig steigen die Erwartungen an eine mögliche Verhandlungslösung.
Eine Entspannung könnte dazu beitragen, die internationale Ölversorgung wieder zu normalisieren und die Risikozuschläge auf Rohöl zu reduzieren.
Allerdings bleiben die politischen Risiken erheblich. Neue militärische Zwischenfälle könnten jederzeit wieder zu steigenden Preisen führen.
Heizöl und Diesel
Bei Heizöl und Diesel sorgt der kräftige Rückgang der Rohölpreise grundsätzlich für eine deutliche Entlastung.
Die internationalen Märkte reagieren auf die Aussicht, dass sich die Versorgungslage im Nahen Osten verbessern könnte.
Trotzdem bleiben die Preise für Raffinerieprodukte von mehreren Faktoren abhängig. Dazu gehören die verfügbaren Lagerbestände, die Raffineriekapazitäten und die internationalen Transportbedingungen.
Besonders bei Diesel und Gasöl können Versorgungsengpässe weiterhin zu höheren Preisaufschlägen führen.
Auf dem Schweizer Heizöl-Beschaffungsmarkt ist heute ein aussergewöhnlich deutlicher Preisrückgang festzustellen.
Damit setzt sich die Entspannung der vergangenen Handelstage verstärkt fort.
Benzin
Auch der internationale Benzinmarkt profitiert grundsätzlich von den stark gesunkenen Rohölnotierungen.
Tiefere Rohölpreise reduzieren die Ausgangskosten für die Raffinerien und können dadurch die Benzinnotierungen entlasten.
Allerdings spielen die internationale Nachfrage, die Raffinerieproduktion und die vorhandenen Lagerbestände weiterhin eine wichtige Rolle.
Für die Schweizer Benzinpreise kommt zusätzlich die Entwicklung des US-Dollars gegenüber dem Schweizer Franken hinzu.
Ob und wie schnell sich die Entspannung an den Tankstellen bemerkbar macht, hängt von der weiteren Markt- und Kostenentwicklung ab.
Rhein und Rheinfrachten
Die Situation auf dem Rhein bleibt trotz der deutlich günstigeren Rohölpreise aussergewöhnlich schwierig.
Am Donnerstagmorgen wurde beim Pegel Kaub ein Wasserstand von lediglich 17 cm gemessen.
Damit liegt der Rhein weiterhin deutlich unter dem für die Schifffahrt wichtigen gleichwertigen Wasserstand von 77 cm.
Die extrem tiefen Pegelstände schränken die möglichen Ladungsmengen der Rheinschiffe erheblich ein.
Bei solchen Wasserständen können die Schiffe nur stark reduziert beladen werden. Dies erhöht die Transportkosten pro Tonne und erschwert die wirtschaftliche Versorgung der Schweizer Rheinhäfen.
Auch für die kommenden Tage wird keine deutliche Erholung der Wasserstände erwartet.
Die Rheinfrachten bleiben deshalb ein erheblicher Kosten- und Unsicherheitsfaktor für die Schweizer Mineralölversorgung.
Eine nachhaltige Entspannung der Transportbedingungen ist derzeit nicht erkennbar.
Schweizer Franken
Der Wechselkurs zwischen dem US-Dollar und dem Schweizer Franken bleibt ein wichtiger Einflussfaktor für die Schweizer Mineralölpreise.
Da Rohöl und Mineralölprodukte international überwiegend in US-Dollar gehandelt werden, kann ein stärkerer Schweizer Franken die Importkosten zusätzlich reduzieren.
Ein stärkerer US-Dollar würde dagegen einen Teil der günstigeren Rohölpreise wieder ausgleichen.
Neben dem Wechselkurs bleiben die internationalen Produktnotierungen und die Rheinfrachten entscheidend.
Schweizer Heizölmarkt
Der Schweizer Heizöl-Beschaffungsmarkt zeigt heute eine aussergewöhnlich starke Entlastung.
Der deutliche Rückgang der internationalen Rohölpreise wirkt sich günstig auf die Beschaffung aus.
Gleichzeitig bleiben die Transportbedingungen auf dem Rhein schwierig. Die sehr tiefen Wasserstände können einen Teil der internationalen Preisvorteile durch höhere Logistikkosten wieder ausgleichen.
Für die Schweizer Heizölkunden sind die sinkenden Beschaffungskosten grundsätzlich eine positive Entwicklung.
Ob und in welchem Umfang sich diese auf die Verkaufspreise auswirken, hängt von den jeweiligen Marktbedingungen, Transportkosten und der Kalkulation der Anbieter ab.
Einschätzung und Ausblick
Der Ölmarkt befindet sich momentan in einer ausgeprägten Abwärtsbewegung.
Die Hoffnung auf eine diplomatische Entspannung im Nahen Osten hat die internationalen Rohölpreise innerhalb kurzer Zeit deutlich sinken lassen.
Die geopolitischen Risiken sind jedoch noch nicht beseitigt. Eine erneute Eskalation könnte die Preise rasch wieder nach oben treiben.
Für die Schweiz bleibt das extreme Niedrigwasser auf dem Rhein eine zusätzliche Herausforderung.
In den kommenden Tagen dürften insbesondere die Entwicklung der internationalen Gasölnotierungen, die politischen Gespräche und die Rheinfrachten entscheidend sein.
Markttendenz 05.11.2026: deutlich sinkende Schweizer Beschaffungskosten und stark rückläufige internationale Rohölpreise. Die Rheinlogistik bleibt jedoch angespannt und der Markt weiterhin schwankungsanfällig.

