Ölmarkt bleibt extrem nervös – Hoffnung auf Hormus-Entspannung drückt die Preise wieder
Marktsituation Rohöl Schweiz – 25.09.2026
Der internationale Rohölmarkt bleibt von starken Schwankungen geprägt.
Brent-Rohöl stieg am Donnerstag kräftig und schloss bei 106.60 USD pro Barrel, rund 3.4 % höher als am Vortag. Auslöser waren erneute Angriffe auf Saudi-Arabien und die damit verbundenen Sorgen um die Versorgung.
Heute Morgen dreht der Markt jedoch wieder nach unten. Hintergrund sind Berichte über mögliche Gespräche zwischen den USA und Iran über eine schrittweise Wiederöffnung der Strasse von Hormus.
Damit bleibt die geopolitische Lage der mit Abstand wichtigste kurzfristige Einflussfaktor.
Heizöl und Diesel
Auch bei den für die Schweiz wichtigen Produkten ging es zuletzt wieder nach oben.
Die offiziellen Schweizer Morgenindikationen vom 24. September zeigen:
Brent: 103.34 USD/Fass
Gasöl Rotterdam: 1’426.50 USD/t
Heizöl Öko: 1’471.00 USD/t
Diesel: 1’512.00 USD/t
Gegenüber dem Vortag stieg Gasöl damit von 1’414 auf 1’426.50 USD/t und Heizöl Öko von 1’458 auf 1’471 USD/t.
Die Entspannung vom Wochenanfang wurde damit teilweise wieder aufgehoben.
Für den Schweizer Heizölmarkt bleibt insbesondere Gasöl entscheidend. Solange sich die Notierungen deutlich über 1’400 USD/t bewegen, bleibt das Preisniveau hoch.
Benzin
Auch Benzin hat wieder angezogen.
Bleifrei 95 stieg von 1’265 auf 1’307 USD/t. Damit wurde ein grosser Teil des Rückgangs vom Vortag bereits wieder wettgemacht.
Auch hier zeigt sich die hohe Nervosität des gesamten Energiemarktes.
Strasse von Hormus
Die Strasse von Hormus bleibt das zentrale Thema.
Nach aktuellen Berichten diskutieren die USA und Iran über eine mögliche Vereinbarung, welche eine schrittweise Wiederöffnung der Meerenge ermöglichen könnte.
Sollte sich daraus tatsächlich eine nachhaltige Verbesserung des Schiffsverkehrs entwickeln, wäre dies für den Ölmarkt ein deutliches Entlastungssignal.
Noch handelt es sich jedoch nicht um eine gesicherte Normalisierung. Entsprechend schnell kann der Markt auf positive wie negative Nachrichten reagieren.
Rheinfrachten und Rheinpegel
Für die Schweiz bleibt der Rhein weiterhin ein wichtiger Kostenfaktor.
Beim Pegel Basel-Rheinhalle wurden heute Morgen 4.87 Meter gemessen. Damit liegt der Wasserstand etwas höher als noch gestern.
Von einer vollständigen Entspannung bei der Rheinlogistik kann allerdings noch nicht gesprochen werden. Die Transportkapazitäten bleiben eingeschränkt und die hohen Rheinfrachten wirken weiterhin gegen sinkende internationale Produktpreise.
Tendenz Rhein: leichte Verbesserung beim Wasserstand – Frachten und Transportkapazitäten bleiben aber angespannt.
Schweizer Franken
Der Wechselkurs entwickelt sich momentan eher ungünstig für Schweizer Importeure.
Die offizielle Morgenindikation vom Donnerstag lag bei 0.8237 CHF/USD. Heute bewegt sich USD/CHF bereits um 0.827.
Damit hat der US-Dollar seit Anfang September deutlich zugelegt. Da Rohöl und Mineralölprodukte international in Dollar gehandelt werden, nimmt der stärkere Dollar einen Teil einer möglichen Entlastung bei den Rohstoffpreisen wieder weg.
Einschätzung
Das Gesamtbild bleibt zum Wochenende sehr volatil und schwer vorhersehbar.
Brent gestern über 106 USD – heute wieder schwächer – Gasöl über 1’400 USD/t – Dollar stärker – Rheinpegel leicht verbessert.
Positiv sind die möglichen Gespräche über eine Wiederöffnung der Strasse von Hormus und die leichte Verbesserung des Rheinpegels.
Auf der anderen Seite bleibt die Situation im Nahen Osten angespannt. Bereits einzelne Meldungen können momentan innerhalb weniger Stunden starke Preisbewegungen auslösen.
Für eine nachhaltige Entspannung beim Schweizer Heizölpreis müssten vor allem drei Faktoren zusammenkommen: Gasöl müsste deutlich sinken, die Situation in Hormus müsste sich nachhaltig verbessern und die Rheinfrachten müssten zurückkommen.
Für Kunden gilt: Eine pauschale Empfehlung zum Kaufzeitpunkt ist in diesem Markt weiterhin schwierig. Wer kurzfristig Heizöl benötigt oder nur noch geringe Reserven besitzt, sollte nicht auf den perfekten Tiefstpreis spekulieren. Wer genügend Vorrat hat, besitzt mehr Spielraum, die weitere Entwicklung abzuwarten.
Markttendenz 25.09.2026: sehr volatil – kurzfristig leichte Entspannung, aber noch keine nachhaltige Trendwende.

