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Ölmarkt stabilisiert sich auf tieferem Niveau – Rhein-Niedrigwasser bleibt grosse Herausforderung

Marktsituation Rohöl Schweiz – 04.11.2026

Internationaler Rohölmarkt

Der internationale Rohölmarkt zeigt sich zur Wochenmitte weiterhin von politischen Unsicherheiten geprägt.

Die Rohölpreise sind am Dienstag auf den tiefsten Stand seit fast vier Wochen gefallen. Am Mittwochmorgen notierte Brent-Rohöl bei rund 103.34 USD pro Barrel und damit nochmals leicht unter dem Vortagesniveau.

Im Mittelpunkt stehen weiterhin die diplomatischen Bemühungen zur Beendigung der Konflikte im Nahen Osten und in der Ukraine.

Besonders die Gespräche zwischen den USA und dem Iran werden aufmerksam verfolgt. Eine mögliche Entspannung könnte die internationalen Ölpreise weiter entlasten.

Gleichzeitig bleibt die Gefahr neuer Lieferunterbrüche bestehen. Die Situation rund um die Strasse von Hormus ist für die weltweite Ölversorgung weiterhin von grosser Bedeutung.

Auch die amerikanischen Zwischenwahlen sorgen für Unsicherheit, da deren Ausgang die weitere Aussen- und Energiepolitik der USA beeinflussen könnte.

Heizöl und Diesel

Bei Heizöl und Diesel bleibt die Marktlage trotz der gesunkenen Rohölpreise angespannt.

Vorläufige amerikanische Lagerdaten zeigen einen Rückgang der Destillatbestände um rund 1.19 Millionen Barrel. Zu diesen Produkten gehören Diesel und Heizöl.

Dies deutet darauf hin, dass die Versorgung mit Raffinerieprodukten weiterhin aufmerksam beobachtet werden muss.

Während die rückläufigen Rohölpreise grundsätzlich entlastend wirken, können knappe Produktbestände und hohe Transportkosten diese Entwicklung teilweise ausgleichen.

Auf dem Schweizer Beschaffungsmarkt ist heute eine weitgehend stabile Preisentwicklung festzustellen.

Ob sich daraus eine nachhaltige Entspannung ergibt, hängt insbesondere von den internationalen Gasölnotierungen und der weiteren Versorgungslage ab.

Benzin

Beim Benzin zeigt sich die internationale Marktlage etwas weniger angespannt als bei den Destillaten.

Die vorläufigen amerikanischen Lagerdaten weisen einen Anstieg der Benzinbestände um rund 1.43 Millionen Barrel aus.

Höhere Lagerbestände können grundsätzlich preisdämpfend wirken.

Die weitere Entwicklung bleibt jedoch von den Rohölnotierungen, der Raffinerieproduktion und der internationalen Nachfrage abhängig.

Auch der Wechselkurs zwischen dem US-Dollar und dem Schweizer Franken spielt für die Schweizer Benzinpreise eine wichtige Rolle.

Rhein und Rheinfrachten

Die Situation auf dem Rhein bleibt weiterhin aussergewöhnlich schwierig.

Am Mittwochmorgen lag der Wasserstand bei Kaub bei rund 23 cm. Gegenüber dem Vortag ist dies zwar eine leichte Verbesserung, das Niveau bleibt jedoch extrem tief.

Zum Vergleich: Der für die Schifffahrt wichtige gleichwertige Wasserstand bei Kaub beträgt 77 cm.

Die tiefen Pegelstände schränken die möglichen Ladungsmengen der Rheinschiffe erheblich ein.

Bei Niedrigwasser können die Schiffe nur einen Teil ihrer üblichen Ladung transportieren. Dadurch erhöhen sich die Transportkosten pro Tonne.

Für die Schweizer Mineralölversorgung bleibt dies ein wichtiger Kostenfaktor, da zahlreiche Produkte über den Rhein nach Basel gelangen.

Eine nachhaltige Entspannung bei den Rheinfrachten ist momentan nicht gesichert.

Erst deutlich höhere Wasserstände könnten die Transportbedingungen wieder spürbar verbessern.

Schweizer Franken

Der Wechselkurs zwischen dem US-Dollar und dem Schweizer Franken bleibt ein wichtiger Einflussfaktor für den Schweizer Mineralölmarkt.

Da Rohöl und Mineralölprodukte international überwiegend in US-Dollar gehandelt werden, wirkt ein stärkerer Schweizer Franken grundsätzlich entlastend auf die Importkosten.

Ein stärkerer US-Dollar kann dagegen die Beschaffung verteuern.

Neben dem Wechselkurs bestimmen weiterhin die internationalen Produktnotierungen und die Rheinfrachten die Kostenentwicklung in der Schweiz.

Schweizer Heizölmarkt

Nach den deutlichen Preisrückgängen der vergangenen Handelstage zeigt sich der Schweizer Heizöl-Beschaffungsmarkt zur Wochenmitte weitgehend stabil.

Die tieferen internationalen Rohölnotierungen sorgen grundsätzlich für eine Entlastung.

Gleichzeitig bleiben die Transportbedingungen auf dem Rhein aussergewöhnlich schwierig.

Die eingeschränkten Ladungsmöglichkeiten und die damit verbundenen Transportkosten können einen Teil der günstigeren internationalen Preise wieder ausgleichen.

Für die Schweizer Heizölkunden bleibt die Preisentwicklung deshalb von mehreren unterschiedlichen Faktoren abhängig.

Eine nachhaltige Entspannung lässt sich trotz der zuletzt günstigeren Beschaffungskosten noch nicht bestätigen.

Einschätzung und Ausblick

Der Ölmarkt befindet sich derzeit in einer Phase der Stabilisierung auf tieferem Preisniveau.

Die Hoffnungen auf diplomatische Fortschritte im Nahen Osten und in der Ukraine haben die Rohölpreise zuletzt deutlich sinken lassen.

Gleichzeitig zeigen die knappen Destillatbestände und die weiterhin bestehenden geopolitischen Risiken, dass der Markt empfindlich auf neue Entwicklungen reagieren kann.

Für die Schweiz bleibt insbesondere die Rheinlogistik ein entscheidender Faktor. Die extrem tiefen Wasserstände verhindern weiterhin normale Transportbedingungen.

In den kommenden Tagen dürften die internationalen Gasölnotierungen, die politischen Entwicklungen und die Rheinfrachten den Markt wesentlich beeinflussen.

Markttendenz 04.11.2026: Schweizer Beschaffungskosten weitgehend stabil, internationale Rohölpreise auf tieferem Niveau. Das extreme Niedrigwasser auf dem Rhein bleibt ein erheblicher Unsicherheitsfaktor.

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