Internationaler Rohölmarkt
Der internationale Rohölmarkt zeigt sich zum Wochenschluss erneut deutlich fester.
Brent-Rohöl notiert am Freitagmorgen zeitweise bei rund 114 USD pro Barrel. Bereits am Donnerstag waren die Preise um rund vier Prozent gestiegen und hatten damit ein Fünfmonatshoch erreicht.
Hauptgrund sind die zunehmenden geopolitischen Spannungen im Nahen Osten. Neue Angriffe auf saudi-arabische Einrichtungen und die anhaltenden Gefahren für wichtige Schifffahrtswege verstärken die Sorgen um die internationale Ölversorgung.
Auch Produktionsprobleme in Libyen tragen zur Unsicherheit bei.
Damit bleibt ein erheblicher geopolitischer Risikozuschlag in den Rohölpreisen enthalten.
Heizöl und Diesel
Bei Heizöl und Diesel bleibt die Marktlage angespannt.
Die internationalen Gasölnotierungen bewegen sich weiterhin auf hohem Niveau. Besonders die Unsicherheit über die Versorgung mit Mineralölprodukten und mögliche Einschränkungen der Transportwege sorgen für Nervosität.
Auch die Schweizer Beschaffungskosten haben sich zum Wochenschluss wieder deutlich erhöht.
Die Entwicklung zeigt, wie schnell kurzfristige Preisrückgänge durch neue internationale Ereignisse wieder aufgehoben werden können.
Eine nachhaltige Entspannung bei Heizöl und Diesel ist derzeit nicht erkennbar.
Benzin
Auch der Benzinmarkt bleibt von den steigenden Rohölpreisen und den geopolitischen Risiken beeinflusst.
Die weitere Preisentwicklung hängt insbesondere von der Verfügbarkeit der Raffinerieprodukte, der internationalen Nachfrage und den Transportkosten ab.
Die angespannte Situation im Nahen Osten kann auch beim Benzin jederzeit zu stärkeren Preisbewegungen führen.
Rhein und Rheinfrachten
Die Situation auf dem Rhein bleibt weiterhin aussergewöhnlich schwierig.
Der Pegel Basel-Rheinhalle lag in der Nacht auf Freitag bei rund 4.87 Metern. Bei Kaub wurden am Donnerstag lediglich 19 cm gemessen. Für Freitag wird ein Wasserstand von rund 20 cm prognostiziert.
Diese extrem tiefen Wasserstände schränken die Transportmöglichkeiten der Rheinschiffe erheblich ein.
Da die Schiffe nur mit reduzierten Ladungsmengen verkehren können, bleiben die Transportkosten pro Tonne hoch.
Für die Schweizer Mineralölversorgung sind die Rheinfrachten deshalb weiterhin ein bedeutender Kostenfaktor.
Eine nachhaltige Entspannung bei den Transportbedingungen ist noch nicht erkennbar.
Schweizer Franken
Der Schweizer Franken bleibt ein wichtiger Einflussfaktor für die Beschaffungskosten.
Da Rohöl und Mineralölprodukte international in US-Dollar gehandelt werden, können Wechselkursschwankungen die Preisentwicklung in der Schweiz verstärken oder teilweise abfedern.
Die geopolitisch bedingten Preissteigerungen und die schwierige Rheinlogistik bleiben momentan jedoch die entscheidenden Unsicherheitsfaktoren.
Schweizer Heizölmarkt
Nach den Preisrückgängen vom Mittwoch und Donnerstag zeigt sich der Schweizer Heizöl-Beschaffungsmarkt zum Wochenschluss wieder deutlich fester.
Die höheren internationalen Rohölpreise sowie die weiterhin schwierigen Transportbedingungen erhöhen den Kostendruck.
Die kurzfristige Entspannung der vergangenen Tage hat sich damit nicht fortgesetzt.
Ob und in welchem Umfang sich die höheren Beschaffungskosten auf die Verkaufspreise auswirken, hängt von der jeweiligen Kalkulation und den Marktbedingungen ab.
Einschätzung und Ausblick
Der Ölmarkt beendet die Woche mit einer erneuten deutlichen Verteuerung.
Die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten bleiben der wichtigste Preistreiber. Hinzu kommen die schwierigen Transportbedingungen auf dem Rhein, die den Schweizer Markt zusätzlich belasten.
Für die kommende Woche ist weiterhin mit erheblichen Preisschwankungen zu rechnen.
Sollte sich die internationale Versorgungslage entspannen, könnten die Preise wieder nachgeben. Bei weiteren Angriffen oder Lieferunterbrüchen sind dagegen zusätzliche Preissteigerungen möglich.
Markttendenz 23.10.2026: deutlich steigende Beschaffungskosten bei weiterhin angespannter und schwankungsanfälliger Marktlage.


