Schweizer Heizölbeschaffung wird günstiger – internationaler Ölmarkt zieht wieder an
Internationaler Rohölmarkt
Der internationale Rohölmarkt zeigt sich am Donnerstagmorgen deutlich fester.
Brent-Rohöl notiert bei rund 111.64 USD pro Barrel und liegt damit um 2.82 USD über dem vorherigen Schlusskurs. Damit nähert sich Brent erneut einem Fünfmonatshoch.
Auslöser sind die anhaltenden geopolitischen Spannungen im Nahen Osten. Neue Angriffe auf Ziele in Saudi-Arabien sowie Zwischenfälle mit Handelsschiffen im Persischen Golf verstärken die Sorgen um die internationale Ölversorgung.
Zusätzlich sind die amerikanischen Rohöllagerbestände zuletzt um rund 3.1 Millionen Barrel gesunken. Auch dies unterstützt die höheren Rohölnotierungen.
Heizöl und Diesel
Bei Heizöl und Diesel bleibt die internationale Versorgungslage angespannt.
Die Unsicherheit bei den Transportwegen im Nahen Osten sowie mögliche Lieferunterbrüche sorgen weiterhin für einen hohen Risikozuschlag bei den Mineralölprodukten.
In den USA sind die Lagerbestände an Destillaten, zu denen Diesel und Heizöl gehören, zuletzt allerdings um rund 1.7 Millionen Barrel gestiegen. Dies kann den Preisdruck teilweise begrenzen.
Auf dem Schweizer Beschaffungsmarkt ist heute erneut eine Entlastung erkennbar. Die Entwicklung zeigt, dass sich internationale Rohölnotierungen und Schweizer Beschaffungskosten nicht immer gleichzeitig in dieselbe Richtung bewegen.
Benzin
Beim Benzin bleibt die Entwicklung ebenfalls von den internationalen Rohölpreisen und der geopolitischen Lage abhängig.
Die amerikanischen Benzinlagerbestände sind zuletzt um rund 3 Millionen Barrel zurückgegangen.
Dies kann die internationalen Benzinnotierungen unterstützen. Für die Schweizer Preisentwicklung sind zusätzlich der Wechselkurs und die Transportkosten entscheidend.
Rhein und Rheinfrachten
Die Situation auf dem Rhein bleibt weiterhin aussergewöhnlich angespannt.
Der Wasserstand bei Kaub lag am Mittwoch bei lediglich 18 cm. Auch für Donnerstag wird ein Pegel von rund 18 cm prognostiziert.
Die tiefen Wasserstände schränken die möglichen Ladungsmengen der Rheinschiffe erheblich ein.
Dadurch erhöhen sich die Transportkosten pro Tonne. Für die Schweizer Mineralölversorgung bleiben die Rheinfrachten deshalb ein bedeutender Kostenfaktor.
Eine nachhaltige Entspannung bei der Rheinschifffahrt ist weiterhin nicht erkennbar.
Schweizer Franken
Der Wechselkurs zwischen dem US-Dollar und dem Schweizer Franken bleibt ein wichtiger Einflussfaktor für die Schweizer Mineralölpreise.
Ein stärkerer Schweizer Franken kann die in US-Dollar gehandelten Mineralölprodukte verbilligen. Ein stärkerer US-Dollar wirkt dagegen verteuernd.
Neben dem Wechselkurs bestimmen insbesondere die internationalen Produktnotierungen und die Transportkosten die tatsächlichen Beschaffungskosten in der Schweiz.
Schweizer Heizölmarkt
Nach dem kräftigen Preisanstieg vom Dienstag zeigt sich der Schweizer Heizöl-Beschaffungsmarkt bereits den zweiten Tag in Folge günstiger.
Die Entlastung bei den Beschaffungskosten ist erfreulich. Gleichzeitig steigen die internationalen Rohölnotierungen heute Morgen wieder deutlich an.
Hinzu kommen die weiterhin schwierigen Transportbedingungen auf dem Rhein.
Damit bleibt offen, ob sich die jüngste Entspannung fortsetzen kann. Eine gleichgerichtete Entwicklung der Verkaufspreise lässt sich daraus nicht automatisch ableiten.
Einschätzung und Ausblick
Der Ölmarkt zeigt heute zwei unterschiedliche Entwicklungen.
Während die Schweizer Heizölbeschaffung günstiger geworden ist, ziehen die internationalen Rohölnotierungen aufgrund neuer geopolitischer Risiken kräftig an.
Die tiefen Rheinwasserstände bleiben ein zusätzlicher Unsicherheitsfaktor für die Versorgung und die Transportkosten.
Für die kommenden Tage ist deshalb weiterhin mit grösseren Preisschwankungen zu rechnen. Eine nachhaltige Entspannung des gesamten Ölmarktes zeichnet sich noch nicht ab.
Markttendenz 22.10.2026: sinkende Schweizer Beschaffungskosten bei gleichzeitig steigenden internationalen Rohölnotierungen. Die Marktlage bleibt angespannt und schwankungsanfällig.



